Kostenlose Energieberatung auf der bauenleipzig
Kampagne "Haus sanieren - profitieren!" fordert mehr Klimaschutz und weniger Betriebskosten
In Deutschland gibt es etwa zwölf Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser - und nur 2,2 Prozent davon werden jährlich energetisch saniert. Drei Viertel der Gebäude wurden vor 1984 und damit vor der ersten wirksamen Wärmeschutzverordnung gebaut, und gerade sie könnten bis zu 90 Prozent Energie einsparen. "Wenn die Sanierung aber im bisherigen Tempo weitergeht, dann wird es noch 200 Jahre dauern, bis der Stand dem jetzigen energetischen Neubau-Standard entspricht", sagt Katja Cherouny von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und beruft sich auf Erhebungen der KfW Förderbank.
Dabei diene eine energetische Sanierung der Einfamilienhäuser auf der einen Seite dem Klimaschutz, andererseits spare sie den Hausbesitzern aber auch Betriebskosten in Größenordnungen, erklärt Cherouny. Außerdem: Wenn Wärme ungehindert durch undichte Fenster oder ungedämmte Fassaden und Dächer entweiche, dann mache auch der Einbau einer modernen Heizung wenig Sinn. "Private Haushalte in Deutschland verbrauchen laut einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums zurzeit etwa genauso viel Energie wie die Industrie oder der Verkehr. Dabei ist besonders bei älteren Häusern das Einsparpotenzial enorm. Hier wird fast dreimal so viel Energie für Heizung und Warmwasserbereitung verbraucht, wie für Neubauten vorgeschrieben ist", gibt Cherouny zu bedenken.
"Ferndiagnose" auf der Messe bauenleipzig möglich
Aus dieser Situation heraus hat die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) 2007 die Kampagne "Haus sanieren – profitieren!" ins Leben gerufen, um Besitzer zu motivieren, etwas für eine bessere Energiebilanz ihres Häuschens zu tun. Herzstück der Kampagne ist ein kostenloser Energie-Check, den 9.100 speziell geschulte Handwerker seit Juli in Partnerschaft bundesweit mit der DBU anbieten und durchführen. "Hausbesitzer erhalten dadurch einen ersten Blick über energetischen Zustand ihrer Immobilie und Hinweise zu erforderlichen Sanierungsmaßnahmen", so Katja Cherouny. Üblicherweise würden die Kooperationspartner Eigenheimbesitzern den Check aktiv anbieten und dann direkt vor Ort anhand eines Fragebogens den Zustand von Dach, Außenwänden, Fenstern, Kellerdecke, oberster Geschossdecke, Heizungsanlage, Warmwasserbereitung und Rohren einschätzen. Doch es gebe auch die Möglichkeit einer "Ferndiagnose": "Auf der Messe bauenleipzig vom 28. bis 30. Oktober 2009 können sich Interessenten direkt und kostenlos beraten lassen, wenn sie die Heizkostenabrechnungen der vergangenen drei Jahre sowie das aktuelle Schornsteinfegerprotokoll mitbringen", bietet Cherouny an. Auf der Mitteldeutschen Messe für Bauen, Sanieren und Modernisieren in Leipzig ist die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, eine der größten Stiftungen Deutschlands und in Sachen Umwelt die größte der Welt, am Stand der Handwerkskammer zu Leipzig (Halle 4, Stand F30/H31) zu finden.
90 Prozent der Eigenheimbesitzer bleiben nach dem Check dran
Die DBU fördert die Kampagne "Haus sanieren – profitieren!" für fünf Jahre mit insgesamt fünf Millionen Euro. Dass die Initiative bereits erste Früchte trägt, haben die jüngsten Untersuchungen der DBU ergeben. Katja Cherouny: "Mehr als 90 Prozent der Eigenheimbesitzer haben nach dem Energie-Check weitere Maßnahmen in Richtung einer energetischen Sanierung unternommen." Schritt zwei ist die Konsultation eines ausgewiesenen Energieberaters, der die notwendigen Maßnahmen konkretisiert und auch einen Kostenrahmen ausarbeitet, ab wann sich die Sanierung rechnet. "Ein älteres Haus grundlegend energetisch zu sanieren, kann bis zu 40.000 Euro kosten", nennt die DBU-Sprecherin eine Hausnummer. Ist es da nicht verständlich, dass viele davor zurückschrecken? "Viele in der Altersgruppe der 50- bis 60-Jährigen, die das Haus mittlerweile abbezahlt haben, gehen so eine Investition an. Möglicherweise dann, wenn die Heizungsanlage ohnehin erneuert werden muss oder die Betriebskosten-Abrechnung ungeahnte Höhen erreicht. Aber auch junge Familien, die ein älteres Haus erwerben, sind für das Thema aufgeschlossen."
Bei umfassender Sanierung gibt’s bis zu 12.000 Euro vom Staat
Wer nicht warten möchte, bis er von einem Handwerker auf den kostenlosen Energie-Check angesprochen wird, kann auch von sich aus aktiv werden. Im Internet gibt es unter www.sanieren-profitieren.de eine Datenbank mit allen Kooperationspartnern. Die Auswahl ist groß: Allein für Leipzig und Umland stehen zum Beispiel 61 Handwerker zur Verfügung. Katja Cherouny: "Uns kommt es darauf an, einen ersten Anstoß zur energetischen Gebäudesanierung zu geben. Während Vermieter und Verkäufer durch den Energieausweis verpflichtet sind, die energetischen Eigenschaften eines Gebäudes nachzuweisen und dadurch auch einen entsprechenden Anreiz haben, ist bei Eigenheimbesitzern die Hemmschwelle, selbst aktiv zu werden, immer noch groß." Aus ihrer Erfahrung empfiehlt sie - da eins ins andere greife - nicht nur einzelne Sanierungsmaßnahmen, sondern eher das "Gesamtpaket", das Schritt für Schritt umsetzen werden kann. Cherouny: "Ein Tipp für Eigenheimbesitzer: Beim Gesamtpaket ist nämlich auch die Förderung am größten. Allein über die KfW Förderbank sind in Form von Darlehen und Zuschüssen bis zu 12.000 Euro vom Staat drin."
Messetrio mit Schwerpunkt Energieeffizienz
Zum Leipziger Messetrio bauenleipzig, efa und SHKG treffen sich vom 28. bis 30. Oktober 2009 Vertreter aus Industrie, Handwerk, Handel, Wohnungswirtschaft sowie Architekten, Ingenieure und Planer. Die Ausstellungsbereiche umfassen nahezu alle Bereiche des Bauens. Zusammen mit der parallel stattfindenden Elektro-fachmesse efa und der SHKG - Messe für Sanitär, Heizung, Klima und Gebäudeautomation präsentieren sich insgesamt rund 600 Aussteller auf dem Leipziger Messegelände.
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