Günstiger durch die Heizsaison - guter Rat
lohnt sich
Richtiges Heizverhalten spart Geld ohne
Komfortverlust
In der kalten Jahreszeit lohnt sich ein vernünftiges Heizverhalten. „Mit ein wenig
Aufmerksamkeit lässt sich viel Energie sparen“, sagt Claudia Rist vom
Landesprogramm Zukunft Altbau des Umweltministeriums Baden-Württemberg. „Das reduziert die Heizkosten ohne auf Komfort verzichten zu
müssen.“ Zu den Maßnahmen gehören individuell eingestellte Raumtemperaturen,
entlüftete Heizkörper und richtiges Lüften. Ein durchschnittlicher Haushalt
in einem Altbau könne so jährlich bis zu 300 Euro einsparen, so Rist.
Fachleute sollten außerdem regelmäßig die Heizungsanlagen prüfen – am
besten vor der Heizsaison. Bei einer veralteten Heizung geben Energieberater
gute Erneuerungsvorschläge. Tipps zum Thema bekommen Hausbesitzer bei
Zukunft Altbau unter www.zukunftaltbau.de
In vielen deutschen Haushalten wird im Winter nicht richtig geheizt. Und das,
obwohl rund zwei Drittel der Energiekosten allein auf die Heizung entfallen.
Heizkörper werden ohne Rücksicht auf die einzelne Raumnutzung aufgedreht,
Möbel und Gardinen behindern die Wärmezirkulation, gekippte Fenster transportieren
die Warmluft umgehend ins Freie. Die vermeidbare Folge: Die Ausgaben
für warme Räume sind unnötig hoch.
Bei den Heizkosten zählt jedes Grad. „Eine Absenkung um ein Grad Celsius
spart rund sechs Prozent Heizenergie“, rechnet Bauingenieur Gerhard Freier
von der Ingenieurkammer Baden-Württemberg vor. „Reduzieren Hausbewohner
die Raumtemperaturen etwa von 24 auf 20 Grad, sinken die Heizkosten
um 20 bis 25 Prozent.“ Generell gilt: Die Raumtemperatur sollte immer der
Nutzung angepasst werden. Übliche Temperaturen für bewohnte Räume und
Kinderzimmer sind 20 Grad, im Bad können es auch 22 Grad sein. Für
Schlafzimmer und Nebenräume reichen 16 Grad. Nachts kann die Temperatur
in allen Räumen auf 16 Grad abgesenkt werden. Diese Temperatur sollte
nicht weiter unterschritten werden, um Kondensation von Luftfeuchtigkeit an
kalten Oberflächen und damit Schimmelpilzbildung zu vermeiden.
Wenn die Heizkörper gluckern, ist die Entlüftung der Heizkörper notwendig.
Mit einem Entlüfterschlüssel können die Bewohner die Luft entweichen lassen. „Vor dem Entlüften sollte die Heizungspumpe abgeschaltet werden, damit die
Flüssigkeit im Heizkreislauf zum Stillstand kommt“, rät Gerhard Freier. Ob
Wasser im Heizkreislauf nachgefüllt werden muss, zeigt die Wasserstandsanzeige
am Heizkessel. Das ist wichtig, denn nur ein richtiger Betriebsdruck
sorgt für die gleichmäßige Wärmeverteilung.
Ein Wärmestau an den Heizkörpern sollte unbedingt vermieden werden. „Möbel
und Verkleidungen in der Nähe verhindern, dass sich die Wärme im Raum
ausbreitet“, erklärt Freier. „Reichen Vorhänge über die Heizkörper, wird ein
Großteil der Wärme sogar direkt wieder über die Fenster nach außen geleitet.“
Ein Abstand von 20 Zentimetern zwischen Heizkörper und Möblierung reicht
meist aus.
Auch Lüften mit Köpfchen lohnt sich. Gut ist Stoß- oder Querlüften mit weit
geöffneten Fenstern. Die warme und feuchte Raumluft wird rasch gegen kühlere
und trockenere Außenluft ausgetauscht, die in Wänden und Decke gespeicherte
Wärme bleibt jedoch im Raum. Mehrmals täglich für einige Minuten
Stoßlüften reicht aus. Die Thermostatventile sollten rechtzeitig vorher ausgeschaltet
werden, so dass die Restwärme der Heizkörper noch genutzt werden
kann. Äußerst uneffizient ist das Dauerkippen der Fenster. Der Wärmeverlust
ist deutlich höher, zudem vergrößert sich das Schimmelrisiko an der Fensterlaibung.
Ist eine Heizungsanlage veraltet, raten Fachleute diese zu erneuern. Das erspart
weiteren unnötigen Energieverlust. „Gebäudeenergieberater können hier
weiterhelfen“, weiß Claudia Rist von Zukunft Altbau. „Sie beraten umfassend
zu allen Fragen der Gebäudetechnik, Dämmung und Finanzierung.“
Zukunft Altbau informiert Wohnungs- und Hauseigentümer unabhängig über
den Nutzen energieeffizienter Altbaumodernisierung und über Fördermöglichkeiten.
Das Programm wird von der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-
Württemberg (KEA) in Karlsruhe umgesetzt.