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Praxisferne Normung und überhöhte Anforderungen verteuern das Bauen

Über 5.000 für das Bauwesen relevante Normen, darüber hinaus eine unüberschaubare Anzahl von Richtlinien, Merkblättern und Produktverarbeitungshinweisen, stellen nicht nur Bauherren, Planer, Architekten und Bauausführende, sondern auch die öffentlich bestellten und vereidigten Bausachverständigen zunehmend vor Probleme. Selbst Fachleuten, die sich überwiegend mit dem technischen Regelwerk des Bauwesens beschäftigen, ist es in Anbetracht kurzer Überarbeitungszyklen und des anschwellenden Umfangs nahezu unmöglich, das Regelwerk in allen Details zu überblicken.

„Ein weiteres Problem ist die zunehmende Praxisferne der Bauregeln“, erklärt Helge-Lorenz Ubbelohde, Präsident des Deutschen Bausachverständigentages e.V. (DBST). „Fast alle Bauvorhaben stellen Unikate dar, die individuell geplant und ausgeführt werden müssen. Für die Planung und Ausführung von Unikaten bedarf es nach Auffassung des DBST leicht handhabbarer und überschaubarer Regelwerke, zumal das Planungsbudget für Unikate im Vergleich zu Serienprodukten eng begrenzt ist.“

Das Bauregelwerk tendiert jedoch in eine völlig andere Richtung: Gesetzliche und normative Anforderungen – sei es an die Gebäudeenergieeffizienz, die Schalldämmung oder den Brandschutz – werden stätig in bereits nicht mehr praktikable bzw. bezahlbare Höhen geschraubt. Bemessungsnormen für Statik und Bauphysik werden von Experten dergestalt verwissenschaftlicht, dass sie nur noch mit speziellen EDV-Tools anwendbar sind. Gerade im Bestandsumbau ist jedoch der Aufwand einer computergestützten Berechnung häufig absolut unangemessen. Die Computerprogramme gleichen für den Anwender einer „Blackbox“, die Fehler – sei es nun bei der Eingabe von Werten oder Fehler des Programmtools selbst – selbst für erfahrene Architekten und Ingenieure nur schwer erkennen lässt. Eine Kontrolle durch die Bauausführenden scheidet zudem praktisch aus, und selbst Prüfingenieure für Bautechnik sehen sich gezwungen, die Bemessungsergebnisse durch Vergleichsrechnungen zu prüfen, da der Rechengang als solcher nicht mehr nachvollziehbar ist. „Insgesamt entfernt sich das Bauregelwerk zunehmend von den Bedürfnissen der Planungs- und Baupraxis“, fasst der DBST-Präsident zusammen.

Ein besonderes Problem ist zudem die Europäisierung der Baunormung, wobei die europäischen Baunormen häufig gegen das deutsche Expertenvotum verabschiedet und vom DIN eingeführt werden. Somit stellt eine stetig wachsende Zahl fragwürdiger europäischer Baunormen auch die Bausachverständigen vor die Frage, welche Baunormen noch als allgemein anerkannte Regeln der Technik gelten können.

In Verbindung mit technisch kaum noch umsetzbaren Anforderungen an Bauwerke avanciert die zunehmend Praxisferne des Regelwerks zu einem wesentlichen Baukostentreiber.

Der Deutsche Bausachverständigentag hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, Schwächen und Mängel des Bauregelwerks aufzuzeigen, und somit einen Beitrag zu mehr Planungs- und Rechtssicherheit zu leisten. „Nur wenn wir zu einem praxisgerechten Regelwerk zurückfinden, werden wir die Bauqualität steigern, und die Baukosten senken können“, betont Ubbelohde.

siehe auch: www.dbst.info

 

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