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Gütesiegel für das Wohnen ohne Schadstoffe

Mit Rücksicht auf die eigene Gesundheit und die ihrer Kinder legen viele Bauherren und Haussanierer gesteigerten Wert auf ein Wohnen ohne Schadstoffe. Doch oft ziehen Wohngifte ohne Wissen der Bewohner mit ins Eigenheim, etwa mit einer Modefarbe an den Wänden, einem Bodenbelag, neuen Möbeln oder Vorhängen. Da hilft nur, vorher das künftige Interieur unter die Lupe zu nehmen. Das braucht nicht zur Dauerbeschäftigung zu werden, so die Wüstenrot Bausparkasse AG, eine Tochter des Vorsorge-Spezialisten Wüstenrot & Württembergische. Sie rät, sich Gütesiegel und Zertifizierungen bei der Beurteilung und Auswahl von Baustoffen genau anzusehen.

Hier ist Vorsicht geboten. Eine Reihe von Herstellern bringen phantasievolle Symbole in Stellung, die wohngesundes und nachhaltiges Material nur vorgaukeln. Auch hält ein scheinbar unabhängiges Siegel nicht immer, was man sich davon verspricht. Wohngesundes Bauen gehört neben der Energieeffizienz zu den wichtigsten Themen in der persönlichen Hausbau- oder Sanierungsplanung. Die Wahrnehmungen und Empfindlichkeiten sind dabei sehr unterschiedlich. Wenn Menschen unter Allergien leiden oder anderweitig beeinträchtigt sind, stellen sie andere Anforderungen an ein Gebäude, als gesunde Bewohner. Dabei spielen Bedürfnisse nach Schutz, Ruhe, nach weniger Straßenlärm, Elektrosmog und unreiner Luft eine tragende Rolle.

Seriöse Grundlage für den Kaufvertrag
Eine Orientierungshilfe für unbedenkliche Baustoffe sind Umweltzertifikate und
-deklarationen sowie Testergebnisse unabhängiger Umweltinstitute. Sie liefern wichtige Informationen zu den Themen Ökologie und Wohngesundheit. Das Profil eines Qualitätssiegels und seine Kriterien sollten so aussagekräftig sein, dass sie sich zur Aufnahme in Bau- oder Kaufverträge für Immobilien oder deren Sanierung eignen. Vor Baubeginn also darauf achten, dass diese Kriterien und die Hinweispflicht auch verbindlich in das Vertragswerk aufgenommen werden.

Einige wichtige Zertifizierungen, wie sie als Gütesiegel seit Jahren eingeführt sind:

  • Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) zentriert ihre Bemühungen auf nachhaltiges, umweltfreundliches und wirtschaftlich effizientes Bauen. Die Zertifizierung des DGNB untersucht unter anderem thermischen, visuellen und akustischen Komfort sowie Innenraumluftqualität und gilt als das System mit den höchsten Anforderungen.
  • Die IBU-Umweltproduktdeklaration vom Institut Bauen und Umwelt e. V. (IBU) betrachtet Inhaltsstoffe, Herstellung, Umweltverträglichkeit und Toxikologie von Baustoffen. Das ist weniger kompliziert, als es klingt. Das Label liefert Bauherren wichtige Informationen zu bauphysikalischen und technischen Eigenschaften, liefert dazu Nachweise und Prüfungen zum Schallschutz oder zur Brennbarkeit von Materialien. Diese Kennzeichnung besteht aus einem Zeichen, mit dem Produkte mit besonders guter Umweltleistung ausgezeichnet werden. Ein bekanntes Beispiel ist der „Blaue Engel“.
  • Das Umweltzeichen "Blauer Engel" kennt wohl so gut wie jeder Bauherr. Es kennzeichnet Möbel, Farben oder Lacke, die von der Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) und vom Bundesumweltamt auf gesundheits- und umweltschädliche Stoffe geprüft wurden. Das Siegel für die umweltschonende Herstellung sagt allerdings nichts über den Schadstoffgehalt eines Produktes aus. Das Gütesiegel kann also nur ein erster Anhaltspunkt sein.
  • Sehr strenge Anforderungen müssen Produkte mit dem natureplus-Siegel erfüllen. Die zertifizierten Baustoffe bestehen nicht nur zu mindestens 85 Prozent aus nachwachsenden oder nachhaltig gewonnenen Rohstoffen, sondern sind auch garantiert schadstoff- und emissionsarm. Durch diese strengen Vorgaben gehen Bauherren mit natureplus-zertifizierten Materialien auf Nummer sicher in Sachen Wohngesundheit.
  • Strenge Vorgaben macht auch das Kölner eco-Institut. Es untersucht Baustoffe und Materialien für die Wohnungseinrichtung auf Schadstoffe, Geruch und Inhaltsstoffe. Das Zertifikat erhalten nur solche Produkte, die strenge Grenzwerte erfüllen und besonders emissions- und schadstoffarm sind, so dass Bauherren das Label gut als Entscheidungskriterium für ihre Auswahl nutzen können.

Tipps von Wüstenrot zur Zertifizierung von Baustoffen 

  • Der Bauherr sollte sich rechtzeitig darüber schlüssig werden: Will er konsequent ökologisch, also mit Naturbaustoffen, oder schadstoffreduziert konventionell (also ohne derzeit als Problemstoff bekannte Substanzen) bauen. Oft sind die Produktaufkleber nicht eindeutig formuliert. Das macht die Auswahl nicht einfacher.
  • Jedenfalls muss der ambitionierte Bauinteressent ohne langes Suchen an Hintergrundinformationen zu den Gütezeichen gelangen.
  • Darüber hinaus sollten die Qualitätskriterien dem Bauherrn einen echten Mehrwert bieten, also über die gesetzlich festgelegten Kriterien hinausgehen.
Umweltzertifikate sind eine Orientierungshilfe für engagierte Bauherren. Mehr als wünschenswert wäre, wenn eine regelmäßige Fremdüberwachung durch eine anerkannte und unabhängige Stelle eine dauerhafte Qualität der Gütezeichen garantierten.
Foto: Wüstenrot Bausparkasse AG

siehe auch: http://www.ww-ag.com

 

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