Lehmbau mit serieller Platte
Serielle Bauplatte aus Lehm und Hanf - Erstes Prototyphaus in Belzig
Die Zukunft des Bauens ist eng mit dem Fachwerkbau vor Jahrhunderten verbunden: ohne lange Transportwege für das Baumaterial von "nebenan", ohne große Bautrupps und dennoch rationell und individuell zugleich. Architekt Frank Braun, der das Konzept Fachwerk 2.0 entwickelt und ein erstes Gewerbe/Wohnhaus in Belzig (im Süden von Berlin) errichtet hat, knüpft mit seiner Vision an die Erfolgsgeschichte des Lehmbaus in Deutschland mit heute immer noch 2,2 Mio. Fachwerkhäusern und rund 200.000 massiven Lehmbauten an.
Gegenüber der historischen Bauweise weist das Konzept "Naturintegriertes Bauen" (www.neuzeitbau.de) jedoch zwei gravierende Neuerungen auf: Das seinerzeit zur Bewehrung und Verbesserung der Wärmedämmung verwendete Getreidestroh wird jetzt wegen der günstigeren CO2-Bilanz und des besseren Bindungsverhaltens durchgängig durch Hanfstroh ersetzt. Zudem begründet sich die gesamte Fachwerk 2.0-Architektur für künftige Wohn- und Gewerbebauten auf industriell vorgefertigte Lehmbauplatten. Der sogenannte Normblock aus Lehm/Hanfstroh ist 150 kg schwer und soll nach dem Motto: "Rent a Ziegelei" in mobilen Containereinheiten direkt dort, wo Hanfstroh und aufbereiteter Lehm zur Verfügung stehen, vorgefertigt werden. Die Umfangsmaße des Normblocks begründen zugleich das Maßsystem: Für eine Etage werden vertikal drei Blöcke benötigt.
„Unsere neue Generation von Fertighausbau kommt ohne Fertighausfabrik aus und benötigt vor Ort lediglich holzverarbeitende Unternehmen bzw. den klassischen Zimmermann“, sagt der Geschäftsführer der Neuzeitbau GmbH, Frank Braun. Auch in Sachen Wärmedämmung müssten sich die beiderseits mit Lehm verputzten Fachwerk 2.0-Wände hinter der eines massiven Holz-Blockhauses mit 50 Zentimeter dicken Bohlen nicht verstecken. „Kommen wir über Produktionspartner ist Laufen, dann könnten Bauherren zum Festpreis auf die Vorteile einer seriellen und witterungsunabhängigen Vorproduktion und Montagebauweise zurückgreifen und zugleich einen Beitrag zum Aufbau lokaler Wirtschaftskreisläufe leisten“, so der 55-jährige Lehmbauexperte. Grundriss und Höhe der Häuser seien dabei frei wählbar.
Der aus Baden-Württemberg stammende Architekt („In meiner Heimatstadt Böblingen stehen Fachwerkhäuser, die sind 500 Jahre alt“) will sein Baukonzept mit Hilfe von Investoren und Partnerunternehmen aus dem Holzbau bzw. der Bauelementeproduktion zunächst im Großraum Berlin in Serie starten. „Für mich ist der Einsatz der Lehm-Hanf-Platte als Baumaterial nicht nur an der Peripherie der Hauptstadt denkbar, sondern bundesweit“.

Bild: neuzeitbau.de |
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