Holzheizungen als Alternative zu Öl- und
Gaskessel sind weiter auf dem Vormarsch
Im März in Kraft tretende Verordnung soll den
Feinstaubausstoß senken
Verschärfung der Obergrenzen für Feinstaubemissionen, Übergangszeitraum für Altanlagen. Energetisch besonders
effizient sind automatische Holzkessel mit Speicher.
Heizen mit Holz ist klimafreundlich und boomt. In immer mehr deutschen
Haushalten werden Holzheizungen installiert. Damit auch die Feinstaubemissionen
sinken, setzt ihnen die novellierte Kleinfeuerungsanlagenverordnung
(1.BlmSchV) ab Ende März 2010 neue Regeln. „Die Grenzwerte für die zulässigen
Emissionen sinken in zwei Stufen; auch bei der Überwachung der Heizungen
gibt es Neuerungen“, erklärt Claudia Rist vom Landesprogramm Zukunft
Altbau des Umweltministeriums. Holzheizungen gibt es als Einzelöfen
mit und ohne Anschluss an den zentralen Warmwasserspeicher oder als zentralen
Heizkessel. Als Brennstoff kommen Holzpellets, Hackschnitzel, Stückholz
oder Holzbriketts in Frage. Genauso komfortabel wie andere moderne
Heizungsanlagen sind automatisch beschickte Pelletkessel. Energetisch besonders
effizient seien diese kombiniert mit einem großen Pufferspeicher,
empfiehlt Rist.
„Der Brennstoff Holz verzeichnet seit einigen Jahren eine stark wachsende
Nachfrage - zu Recht“, meint Dieter Bindel, der Vorsitzende des badenwürttembergischen
Landesverbands der Gebäudeenergieberater, Ingenieure,
Handwerker (GIH). „Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und deshalb kohlendioxidneutral.
Für eine wirklich umweltfreundliche Heizung braucht es aber
eine saubere Verbrennung.“ Bei Holzheizungen ist das nicht immer der Fall,
besonders bei kleinen Einzelöfen. Die neue gesetzliche Regelung soll deshalb
die Belastung der Luft reduzieren. Die Emissionsgrenzwerte für Feinstaub
sinken spürbar. Die letzte Novelle stammt aus dem Jahr 1988.
Die Umsetzung erfolgt in zwei Stufen. Am 22. März 2010 tritt die erste Stufe
der Novelle in Kraft. „In Deutschland dürfen jetzt nur noch Holzheizungen verkauft
werden, deren Hersteller die Einhaltung der neuen Grenzwerte garantieren“,
erklärt Dieter Bindel. „Die niedrigeren Grenzwerte variieren nach Anlagentyp
und sinken um 50 bis 80 Prozent.“ Eine weitere Absenkung der Grenzwerte
ist in einer zweiten Stufe für 2015 vorgesehen.
Auch für bestehende Heizungsanlagen und kleine Einzelöfen muss langfristig
die Einhaltung der neuen Grenzwerte nachgewiesen werden. „Bis 31. Dezember
2012 haben Hausbesitzer Zeit, ihre Anlage überprüfen zu lassen“, so Bindel.
Die meisten zeitgemäßen Heizungen und Öfen halten die Grenzwerte der
ersten Stufe ein. Die Überwachung der Feuerungsanlagen wird ebenfalls neu
geregelt. Wurden bisher Anlagen mit einer Wärmeleistung ab 15 Kilowatt überprüft, sinkt die Grenze jetzt auf vier Kilowatt. Der Schornsteinfeger prüft
sie nur noch alle zwei Jahre anstatt wie bisher jedes Jahr. Einzelraumöfen
werden bei der Feuerstättenschau alle fünf Jahre unter die Lupe genommen.
Eine Messung der Emissionen gibt es nicht, die Herstellerangaben reichen
aus.
Experten gehen davon aus, dass die energetische Nutzung von Holz ein wichtiger
Bestandteil einer zukunftsfähigen Energieversorgung sein wird. „Bereits
rund fünf Prozent der deutschen Haushalte verfügen über eine Holzzentralheizung“,
sagt Claudia Rist von Zukunft Altbau. „Derzeit besonders beliebt
sind Pelletheizungen.“ 2009 stieg die Anzahl der Pelletheizungen mit weniger
als 50 Kilowatt Leistung in Deutschland auf insgesamt 125.000. Zehn Prozent
davon sind in Baden-Württemberg in Betrieb. Pelletanlagen nutzen kleine
stabförmige Holzpresslinge. Die Energiedichte ist höher als die von Stückholz.
Achten sollte man auf die regionale Herkunft der Presslinge, empfiehlt Rist.
Holzzentralheizungen mit Holzpresslingen werden automatisch betrieben. Eine
Förderschnecke transportiert die Pellets in den Verbrennungsbereich. „Ist
die gewünschte Raumtemperatur erreicht, stoppt die Pelletszufuhr“, so Claudia
Rist. Lohnend ist auch die Nutzung eines Pufferspeichers. Die Wärmespeicherung
dient dazu, das Wärmeangebot effizienter dem Bedarf anzupassen.
So muss die Heizung nicht jedes Mal neu zünden, wenn beim Händewaschen
oder Heizen Wärme angefordert wird. Das steigert die energetische
Effizienz, spart Kosten und schont den Kessel.
Die Lagerung der Pellets ist einfach. „Genutzt werden kann der Raum für den Öltank“, sagt Rist. „Ist ein solcher Raum nicht vorhanden, gibt es andere Lösungen,
etwa kleine Sacksilos oder Erdtanks. Wichtig ist nur ein guter Zugang
von der Straße für die Anlieferung der Pellets.“ Ideal kombinierbar mit Holzheizungen
sind übrigens solarthermische Anlagen. Sie benötigen ebenfalls
einen großen Warmwasserspeicher. Mit einer Solaranlage kann in der heizungsfreien
Zeit die Holzheizung ganz abgeschaltet werden – das Warmwasser
zum Duschen kommt dann vom Dach.
Auskunft über die Gesetzesnovelle und Holzheizungen geben Gebäudeenergieberater
aus der Region und Experten am kostenfreien Beratungstelefon
von Zukunft Altbau: 08000 12 33 33.
siehe auch: www.zukunftaltbau.de