![]() |
||||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||
|
Suchen Sie
in den Bau-Doc-Seiten oder im Web
Sachsens erstes Passivhaus mit einschaliger ZiegelfassadeZertifiziertes Passivhaus: Mauerziegel besteht Praxistest Interessant für Bauherren und Architekten: Passivhäuser benötigen auch bei monolithischer Ziegelbauweise für ihre Fassaden keine zusätzliche Wärmedämmung mehr. Die hohen Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz können beim Einsatz hochwärmedämmender „Unipor W07 Coriso“-Planziegel problemlos mit einschaligem Mauerwerk verwirklicht werden, wie das Passivwohnhaus von Heike und Andreas Menschel in Dresden beweist. Das erste mit einschaligen Ziegelaußenwänden erstellte Passivhaus in Sachsen erreicht dank des verwendeten Dämmziegels einen Wärmedurchgangswert (U-Wert) von nur 0,14 W/m²K. Es liegt damit unter dem Passivhaus-Richtwert des Wärmeschutzes der Gebäudehülle von 0,15 W/m²K. Möglich macht dies die Dämmstoff-Füllung aus natürlichen Mineralgranulaten im Ziegel-Inneren, die für eine extrem hohe Wärmedämmung sorgt. Das Haus von Familie Menschel ist eines von fünf im Jahr 2009 errichteten, freistehenden Einfamilienhäusern einer Bauherrengemeinschaft in Dresden-Neustadt. Ihr Grundstück weist eine zum Garten hin fallende Hanglage auf. Alle Häuser der Bauherrengemeinschaft wurden von dem Dresdner Architekten Olaf Reiter entworfen. Er konnte die Bauherren bezüglich des Baukörpers von einer gemeinsamen Grundstruktur überzeugen. Fassaden und Grundrisse wurden ansonsten nach den unterschiedlichen Wünschen individuell gestaltet, so dass kein Haus im Detail dem anderen gleicht. Das zweigeschossige Haus wird äußerlich geprägt durch ein verputztes Erdgeschoss und ein auskragendes Obergeschoss mit hinterlüfteter Vorhangfassade. Den oberen Abschluss bildet ein Flachdach. Durch die Hangsituation öffnet sich das Kellergeschoss zum Garten hin und kann dadurch zum Teil auch als Einliegerwohnung genutzt werden. Auffällig sind die großzügigen Verglasungen nach Süden und Westen. Durch eine Pfosten-Riegel-Glasfassade und großflächige Fenster ergeben sich sowohl freie Ausblicke in den Garten wie auch hohe passive Sonnenenergie-Gewinne. Das Gebäudeinnere wird bestimmt durch den großen, teilweise zweigeschossigen Wohnraum mit integrierter Treppe zum Obergeschoss. Den Luftraum im Obergeschoss überspannt dabei eine leichte Stahlbrücke. Passivhaus-Wärmeschutz ohne Zusatzdämmung
Das hochwärmedämmende Mauerwerk wird in der Gebäudehülle durch Passivhaus geeignete Dreifach-Warmverglasung von Fenstern und Glasfassade sowie eine 35 Zentimeter dicke EPS-Dachdämmung wärmedämmtechnisch gleichwertig ergänzt. Die installierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und eine Solaranlage zur Wärmeerzeugung gehören zu den typischen Komponenten eines Passivhauses. Als Heizquelle fungiert ein Pellet-Designofen im Wohnraum. Er beheizt den Raum direkt und produziert – in einem Wärmespeicher zwischengespeichert – die Heizwärme für die eingebaute Fußbodenheizung. Auf der Baustelle ließ sich der gefüllte Ziegel ebenso zügig verarbeiten wie übliche porosierte Unipor-Planziegel. Das Bau-unternehmen Uwe Risse (Klipphausen) nutzte bei der Mauerwerkserstellung zur Kosteneinsparung das vom Ziegelhersteller Leipfinger-Bader zur Verfügung gestellte Unipor-Mauertec-System. Durch den Einsatz des Mörtelschlittens „unimaxX“ und dem Maxit-Dünnbettmörtel 900 D konnte gegen-über herkömmlich erstelltem Mauerwerk die Verlegezeit um rund 30 Prozent verringert werden. Dank der planebenen Lagerflächen des Coriso-Ziegels reichte eine deckelnde Lagerfuge von drei Millimeter Dicke aus. Dadurch reduzierte sich der Mörtelverbrauch im Vergleich zu Mauerwerk mit Normalfugen um circa 75 Prozent. Der angestrebte hohe Wärmeschutz erforderte eine Minimierung von Heizenergie zehrenden Wärmebrücken. „Hierbei war der vom Ziegelhersteller zur Verfügung gestellte Wärmebrückenkatalog besonders hilfreich“, betont Reiter. „Die als PDF-Datei vorliegenden Bemessungsgrundlagen und Detailzeichnungen über die wesentlichen Anschlussdetails eines Passivhauses halfen bei der optimalen Planung und luftdichten Ausführung auf der Baustelle“. Der Wärmebrückenkatalog beruhte unter anderem auf den vom Darmstädter Passivhaus-Institut sehr detailliert berechneten Wärmeschutznachweis bei einem mit Unipor W07 Coriso-Ziegeln erbauten Musterhaus. Die ermittelten Werte führten zur Zertifizierung des W07 Coriso-Wandsystems als Passivhaus geeignete Systemkomponente.
Zuschuss und Behaglichkeit inklusive Wie das Haus von Familie Menschel beweist, muss dafür nicht auf die schon klassischen Vorzüge der monolithischen Ziegelbauweise verzichtet werden. Die bekannten Pluspunkte, wie beispielsweise ein garantiert angenehmes Raumklima und eine dauerhaft hochwertige Gebäudehülle, gibt es quasi als zusätzliche Qualität inklusive. Von der Wert erhaltenden Ziegelbauweise und wohnbehaglichen Atmosphäre des Hauses konnten sich bereits kurz vor Fertigstellung zahlreiche neugierige Besucher überzeugen – anlässlich eines Tages der offenen Tür im November 2009.
Autor: Dipl.-Ing. Hans-Gerd Heye |
|
||||||||||||||||||||
| Copyright © BBW - Media Bernkastel-Kues , All Rights Reserved. |
||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||