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Wenn das Dach in die Jahre kommtSanierer sollten die Schwachstellen kennen Kein anderer Gebäudeteil ist so stark der Witterung ausgesetzt wie das Dach. Auch bei regelmäßigen Checks und trotz schneller Reparatur kleinerer Schäden werden an jedem Hausdach irgendwann größere Sanierungsmaßnahmen fällig. Die Bausparkasse Schwäbisch Hall hat einen Überblick über die kritischen Punkte zusammengestellt. Auch hochwertigstes Deckmaterial hält nicht ewig. Nach durchschnittlich 30 bis 50 Jahren muss man eine Deckung aus Dachsteinen oder Tonziegeln erneuern. Nur Schiefer bringt es auf eine außergewöhnlich lange Lebensdauer von 100 Jahren und mehr. Nicht immer muss die Deckung komplett ausgetauscht werden. Als kostengünstige Alternative zur Neueindeckung wird oft eine Reinigung und Beschichtung der Dachpfannen angeboten. Dabei handelt es sich jedoch eher um eine kosmetische Maßnahme als um eine Sanierung. Auf alten Dächern hält die Beschichtung meist aber nicht lange. Ist das Dach bisher noch „ohne“, bietet eine Neueindeckung die beste Gelegenheit, ihm von außen eine Dämmschicht zu verpassen. Besonders empfehlenswert ist die Aufsparrendämmung, weil sich so das gesamte Dach in eine geschlossene Hülle packen lässt. Muss oder will man nicht abdecken, kann man die Dämmung auch von innen unter oder platzsparend zwischen den Sparren anbringen. Eine alte, noch intakte Dämmschicht kann auch verstärkt werden. Bleibt das Dachgeschoss auf Dauer unbewohnt, muss nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) bis spätestens 2011 die oberste Geschossdecke gedämmt werden. Witterungsbedingte Schäden an Schornsteinmauerwerk und Anschlüssen müssen sofort professionell beseitigt werden, sonst droht Durchfeuchtung in Dämmschicht oder Dachstuhl. Besonders anfällig ist die Blecheindeckung des Dachanschlusses. Wird die Heizung ausgetauscht, sollte der Schornstein auf den neuesten technischen Stand gebracht werden, indem in den bestehenden Schacht neue Abgasleitungen aus Edelstahl, Kunststoff oder Keramik eingezogen werden. Andernfalls droht die gefürchtete Versottung: Die Durchdringung der Mantelsteine des Kamins mit Wasser, Teer oder Schwefel bedeutet nicht nur eine reduzierte Heizleistung, sondern kann auch die Bausubstanz und sogar die Gesundheit der Bewohner gefährden. Der Vorsprung an Ortgang und Traufe schützt Fassade, Türen und Fenster vor Witterungseinflüssen, aber auch vor zu viel Sonneneinstrahlung und Hitze in den Räumen. Den Dachüberstand kann man nachträglich erweitern, indem man die Sparren verlängert. Das kann beispielsweise bei einer Fassadendämmung notwendig werden, wenn dadurch die Außenwand erheblich stärker wird. Auch die darunterliegende Regenrinne muss dann verlegt oder - falls schadhaft - ersetzt werden. Ein Muss bei jeder Dämmung: Dampfsperr- oder Dampfbremsfolien, etwa aus Polyamid oder Polyethylen, verhindern, dass Feuchtigkeit aus dem Dachraum in die Dämmschicht eindringt, diese schädigt und sogar die tragende Konstruktion des Daches angreift. Die Dampfbremse muss luftdicht mit speziellem Band verklebt werden. Größte Sorgfalt ist auch bei den Anschlüssen an Fenstern, Gauben oder anderen Bauteilen geboten, um Wärmebrücken zu verhindern. Sonst bildet sich dort vermehrt Kondenswasser und es kommt zu Schimmelpilzbefall. Wird das Dachgeschoss zum Wohnraum ausgebaut, werden zusätzliche Steckdosen benötigt. So selbstverständlich das klingt: Viele Bauherren denken zu spät an die Elektroinstallation. Wer nämlich Steckdosen erst einsetzt, wenn bereits alles gedämmt und abgedichtet ist, muss die gerade erst akribisch verklebte Dampfsperrfolie durchschneiden und schafft auf diese Weise Luftlöcher. In Folge zieht es durch die Steckdose und die entstehenden Wärmebrücken können Schimmelbildung nach sich ziehen. Deshalb sollte man die elektrischen Anschlüsse rechtzeitig vor Beginn des Ausbaus einplanen und entsprechend verlegen. Der Platz hinter der Verkleidung der Innendämmung (etwa mit Rigipsplatten) lässt sich gut als Installationsebene für die Leitungen nutzen. Mehr Licht und besserer Wärmeschutz sind die häufigsten Gründe für den Fensteraustausch. Bei einem Eins-zu-eins-Tausch ersetzt man einfach die alten Fenster durch neue in derselben Größe, aber mit aktueller Wärmeschutzverglasung. Das reduziert die Energieverluste um rund die Hälfte. Aufwendiger, aber im ausgebauten Dachgeschoss lohnend ist es, die Glasfläche durch größere Fenster zu erweitern. Faustregel: Mindestens zehn Prozent der Raumgrundfläche sollten verglast sein. Nach unten verlängerte Fenster oder die Verglasung des Kniestocks bieten noch mehr Licht und Ausblick. Auch wichtig: den passenden Sonnenschutz nicht vergessen! Feuchte von außen (bei undichter Deckung) oder innen (bei Fehlern in der Dämmung) bedroht langfristig die tragende Dachkonstruktion. Schlimmstenfalls kommt es zum Befall mit dem zerstörerischen Hausschwamm. Warnzeichen sind Risse in Pfetten oder Balken, gelöste Teile oder Sägemehl (Holzwurmbefall). Bei umfassenden Schäden kann eine Neukonstruktion nötig sein. Sonst reicht es, marode Holzteile auszutauschen oder die Sparren zu verstärken – am besten von außen bei abgedecktem Dach. Alte Gauben sind oft sehr klein, weshalb sich im Zuge einer Dachsanierung ein Austausch anbietet. Praktisch sind Fertiggauben, die einfach vor Ort auf die Dachöffnung aufgesetzt werden. Achtung: Da Gauben das äußere Erscheinungsbild des Hauses verändern, sind sie genehmigungspflichtig. Falls sie, etwa aus Denkmalschutzgründen, nicht vergrößert werden dürfen, verhilft eine Seitenverglasung zu mehr Licht. Auch hier gilt: Die Anschlüsse der Gauben ans Dach müssen sehr sorgfältig verarbeitet werden, damit keine Wärmebrücken entstehen. Zur regelmäßigen Wartung des Daches gehört es auch, die Befestigung der Antenne zu überprüfen. Nach jedem Sturm ist ein Extra-Check nötig. Wie Entlüftungen oder Schornsteine sind Antennendurchführungen Bauteile, die den Dachaufbau von innen nach außen durchdringen – und damit mögliche Schwachpunkte bei der Dämmung. Deshalb ist die sorgfältige Verklebung der Dampfsperrfolie um das Antennenrohr ebenso wie der Dachanschluss außen entscheidend für die Luftdichtigkeit.
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Foto: Bausparkasse Schwäbisch Hall / Nelskamp
