Staat zahlt mit – energetische Altbausanierung
wird gefördert
Übergangsfrist beendet: Die Vergabe von KfWFördermitteln
richtet sich jetzt nur noch nach
der neuen Energieeinsparverordnung
Neben der KfW-Bank fördern auch das Bundesamt BAFA, das
Land und viele Gemeinden die Altbausanierung.
Die KfW-Bank hat ihr Förderprogramm für die Altbausanierung der verschärften
Energieeinsparverordnung EnEV 2009 angepasst. Jetzt ist die dreimonatige Übergangsfrist abgelaufen, die es Hausbesitzern ermöglichte, noch Anträge
auf Basis der alten EnEV 2007 einzureichen. „Seit Januar richten sich die
Förderstufen nur noch nach der novellierten Energieeinsparverordnung 2009“,
erklärt Claudia Rist vom Landesprogramm Zukunft Altbau des Umweltministeriums
Baden-Württemberg. Bei der Förderung gibt es vier Effizienz-Stufen:
Das KfW-Effizienzhaus 85, 100, 115 und 130. „Die Zahl gibt an, wie hoch prozentual
der Jahres-Primärenergiebedarf im Vergleich zu einem Neubau ist“,
so Rist. Grundsätzlich gilt: Je energieeffizienter ein Haus nach der Sanierung
ist, desto höher fällt die Förderung aus. Auch das Bundesamt BAFA, das Land
und die Kommunen fördern energetische Altbausanierungen.
„Viele Hausbesitzer lassen ihre Fassade oft nur neu streichen, anstatt diesen
Zeitpunkt zu nutzen und die Fassade auch zu dämmen“, berichtet Architekt
Jürgen Groß vom Deutschen Energieberater-Netzwerk (DEN). „Und das, obwohl
sich die zusätzlichen Kosten für die Dämmung nach ein paar Jahren
amortisieren.“ Günstige Kredite und Finanzierungszuschüsse sollen diesen
Schritt hin zu einer energetischen Sanierung erleichtern. Hausbesitzer müssen
so weniger Eigenkapital aufbringen und zahlen weniger Zinsen als bei
konventionellen Bankkrediten. Einen guten Förderüberblick, auch über die
kommunalen Programme, geben Energieberater aus der Region.
Das Programm „Energieeffizient Sanieren“ der staatlichen Bankengruppe KfW
ist mit Abstand der Spitzenreiter bei der finanziellen Förderung von Altbausanierungen. Über das Programm werden alle Maßnahmen einer energetischen
Sanierung gefördert. „Für Besitzer bestehender Häuser gibt es bei umfassenden
Sanierungen seit Oktober vier Förderstufen“, so Groß. „Die Stufen KfWEffizienzhaus
85 und 115 sind neu. Das sparsamste Gebäude in der künftigen
Effizienzrangfolge ist das KfW-Effizienzhaus 85, am Ende der Skala steht das
KfW-Effizienzhaus 130.“
Die Förderung wird als Zuschuss oder Kredit ausbezahlt. Bei der Zuschussvariante
bekommt der Bauherr für ein KfW-Effizienzhaus 85 20 Prozent Investitionsbeihilfe,
maximal 15.000 Euro pro Wohneinheit. Bei einem KfWEffizienzhaus
130 sind es 10 Prozent Zuschuss. Entscheiden sich die Besitzer
für den Kredit, das sind bis zu 75.000 Euro pro Wohneinheit, gibt es beim
85er-Label stolze 15 Prozent Tilgungszuschuss. Beim 130er-Label sind es nur
fünf Prozent.
Auch Einzelmaßnahmen werden gefördert. „Wer etwa sein Wohnhaus dämmt,
erhält einen Zuschuss von fünf Prozent der Investitionssumme“, sagt Claudia
Rist von Zukunft Altbau. „Das sind bis zu 2.500 Euro.“ Der Zuschuss für Maßnahmenpakete
beläuft sich auf 7,5 Prozent, maximal 3.750 Euro. Neben der
Sanierung ist auch der Ersterwerb eines sanierten Hauses oder einer Eigentumswohnung
förderfähig.
Nicht nur die KfW fördert die Altbausanierung. „Bundesweit spielt auch das
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA eine wichtige Rolle“, so
Rist. „Das BAFA fördert den Einsatz erneuerbarer Energien, etwa Solarkollektoren
oder Holzpelletkessel. Auch die Gebäudeenergieberatung durch Experten
wird gefördert.“ Das Programm „Energiesparberatung vor Ort“ bezuschusst
das Honorar von Energieberatern mit 300 bis 360 Euro.
Im Land bietet das Umweltministerium zwei finanzielle Anreize. „Die Energieberatung ‚EnergieSparCheck’ wird mit 100 Euro unterstützt, für den Hausbesitzer
fällt dieselbe Summe an“, erklärt Rist. Wer sich eine neue Heizung auf
Basis erneuerbarer Energien anschafft, bekommt ein zinsgünstiges Darlehen,
das über die L-Bank abgewickelt wird. Die Kommunen sind oft auch aktiv.
Städte wie Stuttgart, Tübingen oder Freiburg haben eigene zusätzlich nutzbare
Förderprogramme. Die Programme bezuschussen beispielsweise Wärmedämmung
und die Optimierung von Heizungsanlagen.
Claudia Rist rät, sich vor einer Sanierung umfassend bei einem Gebäudeenergieberater
zu informieren, welche Programme am besten passen und ob
sie sogar kombinierbar sind. Im Nachhinein ist es in der Regel zu spät. „Nach
einer Sanierung können die meisten Förderprogramme nicht mehr in Anspruch
genommen werden.“
siehe auch: www.zukunftaltbau.de