Wenn früh der Wecker klingelt, heißt es: raus aus den Federn und erst einmal das Fenster auf. Doch dann ist der Ärger mit dem Partner oft schon vorprogrammiert, denn nicht jeder Morgenmuffel kann der belebenden Portion Frischluft etwas abgewinnen. Und so entpuppt sich der tägliche Lüftungsstreit in Deutschlands Schlafzimmern nicht selten als Bewährungsprobe für manch eine Beziehung. Dabei ruft frischer Sauerstoff nicht nur die Lebensgeister wach, sondern ist auch wichtig für ein gesundes Wohnklima und den Erhalt der Bausubstanz.
Neue und sanierte Häuser sind heute besser abgedichtet denn je. Dies schreibt die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV) aus dem Jahr 2009 vor. Und das ist auch gut so, denn eine luftdichte Gebäudehülle wie sie beispielsweise mit den Klebeprodukten des Schweizer Herstellers Siga erreicht wird, hat viele Vorteile: Sie schützt vor Bauschäden und unangenehmer Zugluft, verbessert den Schallschutz und sorgt dafür, dass kostbare Wärme nicht unkontrolliert nach außen entweicht. Kosten für ein durchschnittliches Einfamilienhaus: zirka 800 Euro inklusive Beratung und Einbau vom Profi. Dem steht eine jährliche Energieeinsparung in Höhe von rund 500 Euro gegenüber. So rechnet sich die Investition bereits nach eineinhalb Jahren und bessert die Haushaltskasse Monat für Monat auf. Gleichzeitig bedeutet eine luftdichte Gebäudehülle jedoch auch, dass ein natürlicher Luftwechsel über Fugen oder Leckagen – wie früher üblich – nicht mehr ausreichend stattfinden kann. Und genau aus diesem Grund ist richtiges und regelmäßiges Lüften unerlässlich.
Ob durch Kochen, Duschen, Waschen oder natürliche Atmung – rund 15 Liter Feuchtigkeit produziert eine vierköpfige Familie durchschnittlich jeden Tag, so das Fraunhofer Institut. Wird diese nicht nach außen geleitet, kann neben miefigen Gerüchen und Kopfschmerzen der Bewohner vor allem aggressiver und gefährlicher Schimmel die Folge sein. Da hilft nur eins: Luken auf, Sauerstoff rein. Aber nicht irgendwie, sondern mit System – und zwar in Anlehnung an die Mitte 2009 neu überarbeitete Lüftungsnorm.
Diese schreibt sowohl für Neubauten als auch für energetisch sanierte Gebäude die Erstellung eines Lüftungskonzepts durch einen Planer und den regelmäßigen Austausch verbrauchter Raumluft vor. Hierfür eignet sich neben einer nutzerunabhängig geregelten Lüftungsanlage vor allem wiederholtes und kurzzeitiges Querlüften von Hand. Dabei sind einander gegenüberliegende Fenster und Türen komplett zu öffnen. Fünf bis sechs Mal am Tag (bei Abwesenheit zwei bis drei Mal) für jeweils zwei bis vier Minuten ist bereits ausreichend. Außerdem sollte nach dem Duschen, Kochen oder Waschen die Feuchtigkeit immer sofort nach draußen gelassen werden. Auf diese Weise ist die Innenluft in Sekundenschnelle durch frische und trockene von außen ersetzt. Der Verlust von Heizenergie ist gleichzeitig auf ein Minimum reduziert. Besteht Unsicherheit, ob’s mal wieder an der Zeit ist, das Fenster zu öffnen, hilft ein im Raum aufgestelltes Hygrometer weiter. Zeigt dieses mehr als 60 Prozent relative Luftfeuchte an, heißt es: Luken auf und durchatmen.
1. Morgendliches Pflichtprogramm: Sauerstoff rein und erst einmal tief durchatmen. Regelmäßiges Lüften ist wichtig für ein gesundes Wohnklima und schützt vor gefährlicher Schimmelbildung.
2. Steigt die relative Luftfeuchte auf über 60 Prozent, heißt es: Fenster auf. Aber nicht irgendwie, sondern mit System. Wiederholtes kurzzeitiges Querlüften für wenige Minuten reicht bereits aus und reduziert Energieverluste auf ein Minimum.
Fotos: Siga