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Mit Zisternen gegen steigende Wasserkosten

Der sparsame Verbrauch von Frischwasser ist allen nachhaltig wirtschaftenden Hausbesitzern besonders wichtig. Sie sammeln das Regenwasser in speziellen Behältern, weil ihnen das Leitungswasser für Wäsche, Putzen und die Spülung  oder als Gießwasser für den Garten zu wertvoll ist. Außerdem hilft es ihnen angesichts steigender Wasserkosten, so manchen Euro zu sparen, meint die Wüstenrot Bausparkasse AG, eine Tochter des Vorsorge-Spezialisten Wüstenrot & Württembergische.

Als Auffangfläche für den Regen dient meistens das Dach des Hauses. Ein hauseigenes Verteilernetz befördert das Wasser in eine Tankanlage. Der Auffangbehälter kann oberirdisch, in der Erde oder im Keller installiert sein. Das Wasser wird dann über einen Rückspülfilter dorthin gepumpt, wo es gebraucht wird. Aus hygienischen Gründen soll das Frischwasser vom Regenwasser strikt getrennt sein. Regnet es einmal längere Zeit nicht, wird automatisch Trinkwasser eingespeist.

Tankgröße abhängig von Dachfläche und Verwendungszweck
Es hängt von der Größe der nutzbaren Dachfläche ab, wieviel teures Frischwasser eingespart werden kann. Wird das Regenwasser nur für den Garten verwendet, genügen aufgestellte Bottiche oder kleinere Erdtanks. Für größere Wassermengen empfehlen sich großvolumige Behälter mit einem Speichervermögen von 2.500 bis 30.000 Liter.   

Bei einem Garten bis 500 Quadratmeter und einer Dachfläche von 100 Quadratmetern reicht ein Tank von 4.000 Litern. Ist der Garten 1.000 Quadratmeter groß, wäre bei einer Dachfläche von 130 Quadratmetern ein Tank von 6.000 bis 8.000 Litern vorzusehen. Soll das Regenwasser dagegen sowohl für den Garten, als auch im Haus – WC und Waschmaschine – genutzt werden, hängt die richtige Tankgröße außerdem von der Zahl der Bewohner ab. In dem Fall werden schnell Tankgrößen von 10.000 Litern und mehr erforderlich. Moderne Regenspeicher gibt es in Form von Zisternen nicht nur für den Erdeinbau. Wer sich an einem simplen Blechfass im Garten stört, kann den Auffangbehälter auch hinter einer Mauerverkleidung, in einer Säule oder einer Amphore verstecken.

Der andere Weg: Wassernutzungskonzepte
Das Regenwasser von gepflasterten Zufahrtswegen und Einfahrten wird noch sehr häufig in die Kanalisation geleitet. Darin steckt durchaus auch Gefahrenpotential: Bei Starkregen ist der Kanal schnell überfordert und sorgt für Überschwemmungen und Rückstau auf Straßen und im schlimmsten Fall sogar im eigenen Keller. Dazu kommt, dass manche Gemeinden für das Ableiten von Regenwasser von privaten Grundstücken eine gesonderte Gebühr verlangen. Diese Kosten kann man mit Regenwasser-Bewirtschaftungskonzepten minimieren. Sie stellen vor allem auf die Verwendung von Regenwasser im Haushaltsbereich ab und umfassen auch neuartige Versickerungssysteme, die die Kanalisation entlasten.
Drei Ziele sollen sie erfüllen: Den Verbrauch von Trinkwasser senken, Kanalnetze und Kläranlagen entlasten und schließlich durch das Versickern von Regenwasser unmittelbar ins Grundwasser, wenn die Speicher voll sind, Abwassergebühren sparen.

Nicht immer muss es Frischwasser sein
Diese Verfahren gehen von der Einsicht aus, dass von den durchschnittlich pro Tag und Person verbrauchten 126 Litern Wasser meist keine Trinkwasserqualität erforderlich ist. Denn von den 126 Litern werden nur rund zwei bis drei Liter tatsächlich getrunken. Die größten Wasserschlucker, Toilettenspülung und Waschmaschine, könnten problemlos mit Regenwasser versorgt werden. Vom Trinkwassernetz getrennte Regenwasserleitungen wären bereits beim Bau des Hauses einzuplanen.
Das Bewirtschaftungskonzept löst auch das Kanalisationsproblem. Ein Tank – und nicht mehr die klassische Tonne – fängt zunächst den Regen auf. Überschüssiges Wasser landet nicht in der Kanalisation, sondern wird in Versickerungssystemen gepuffert. Sie leiten den Inhalt nach und nach ins Grundwasser. Geschlossene Flächen, etwa aus Platten oder Asphalt, erschweren den Abfluss. Rasenschutzwaben, spezielle Gehwegplatten, Rinnen- oder Hofabläufe sowie versickerungsfähige Pflastersteine erleichtern ihn hingegen.

Die Technik vieler solcher Hilfskonzepte lässt sich gut und günstig im eigenen Garten installieren. Bei engen Platzverhältnissen bietet sich ein Netz von unterirdischen Gräben an, vom Fachmann auch Rohr-Rigolen genannt, oder eine Reihe von Versickerungsschächten. Ob sich das finanziell lohnt, hängt vor allem von der Gebührenordnung der jeweiligen Stadt oder Gemeinde ab.
Eine Dachbegrünung sorgt beispielsweise nach Starkregen für ein verzögertes Abfließen des Wassers, wodurch die Kanalisation ebenfalls entlastet wird.

Tipps von Wüstenrot zur Regenwassernutzung

  • Beim Waschen mit dem weichen Regenwasser ist wesentlich weniger Waschmittel notwendig, auf Weichspüler kann vollständig verzichtet werden.
  • Weiches Regenwasser regt auch das Pflanzenwachstum an.
  • Unterirdische Tanks müssen frostsicher sein. Der Tankdeckel sollte begehbar und stabil sein und eine einfache, aber effektive Kindersicherung haben.
  • Rohr-Rigolen zur Versickerung bestehen aus einem geschlitzten Kunststoffrohr und einem Speicherblock mit hohem Speichervolumen. Wie bei Versickerungsschächten gelangt das Wasser von dort aus großflächig und langsam in die darunter liegenden Bodenschichten.  
  • Die Versickerungsrate des Niederschlagswassers steigt beim Betrieb von Regenwasser-Bewirtschaftungssystemen im Vergleich zur Ableitung in die Kanalisation um 20 bis 50 Prozent und kann im günstigsten Fall 90 Prozent erreichen.
  • Das von der Frischwasserleitung getrennte Netz des Regenwassers wird beim Neubau oder bei der Sanierung am besten gleich mitverlegt. Der Aufwand dafür ist gering, der spätere Nutzen umso höher.
Der wirtschaftliche Umgang mit dem Wasser kann bei der Regentonne beginnen. Sie hat sich vom nüchternen Blechfass zum schmucken Designerstück gemausert. Eine größere Lösung ist der Einbau von unterirdischen Regenspeichern, deren Inhalt dann auch im Haus – etwa für die Waschmaschine – genutzt werden kann.
Foto: Wüstenrot Bausparkasse AG

siehe auch: http://www.ww-ag.com

 

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