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Der Krise ein Schnippchen schlagen

Tipps zur Immobilien-Finanzierung in schwierigen Zeiten

Erst die Finanzkrise, dann die Wirtschaftskrise und nun die Schuldenkrise. Die Diskussion um Staatshaushalte und Zinsentwicklung verunsichert viele Anleger. Schützen Immobilien vor einer Inflation? Und wenn ja – wie können Bauherren möglichst lange vom aktuellen Zinstief profitieren? Marcus Weismantel, Finanzierungs-Experte der Bausparkasse Schwäbisch Hall, beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wie sicher ist mein Geld bei einer Bausparkasse?
Bausparer müssen sich über die Sicherheit ihrer Einlagen keine Gedanken machen. Bausparen funktioniert unabhängig vom Kapitalmarkt durch einen geschlossenen Kreislauf von geleisteten Sparbeiträgen und zugeteilten Darlehen. Für zusätzliche Sicherheit sorgen besondere Schutz­vorschriften im Bausparkassengesetz: So dürfen die nicht in Darlehen gebundenen Spareinlagen von den Bausparkassen nur in festverzinsliche Wertpapiere angelegt werden. Währungs- und Aktienrisiken sind verboten. Wegen dieser strengen Regelarien hat kein Bausparer in der Finanzkrise auch nur einen Cent verloren.

Sind Immobilien eine inflationssichere Anlage-Alternative?
Selbstgenutztes Wohneigentum ist eine sichere Kapitalanlage und ein wichtiger Baustein für die private Altersvorsorge. Wer mit den eigenen vier Wänden vorsorgt, baut stabile Sachwerte auf, spart Miete und hat so im Alter mehr finanzielle Spielräume. Zudem: Wohneigentum ist die einzige Form der Altersvorsorge, die man schon lange vor dem Ruhestand genießen kann. Anleger sollten jetzt aber nichts überstürzen. Eine langfristig ausgerichtete und gut überlegte Finanzierungsstrategie ist wichtiger denn je.

Was sollten Käufer in der aktuellen unübersichtlichen Lage bei ihrer Finanzierung beachten?
Entscheidend ist neben der monatlichen Rate und den Kosten auch die Zinsbindung. Deshalb sollten Bauherren sich jetzt möglichst lange Laufzeiten sichern. Denn Fakt ist: Im langfristigen Vergleich mussten die Deutschen für ihr Eigenheim meist deutlich tiefer in die Tasche greifen. Wer für seine Baufinanzierung heute ein Darlehen über 100.000 Euro auf­nimmt, zahlt bei einer Laufzeit von 10 Jahren im Durchschnitt 318 Euro Zinskosten pro Monat. Zum Vergleich: Vor 15 Jahren war die durchschnittliche monatliche Zinsbelastung mit 643 Euro noch doppelt so hoch. Entzieht die Europäische Zentralbank – wie angekündigt – Liquidität aus dem Finanzmarkt, wird dies früher oder später auch wieder zu spürbaren Zinserhöhungen führen.

Wie können sich Bauherren die derzeit günstigen Zinsen möglichst lange sichern?
Klassische Annuitätendarlehen versprechen Zinssicherheit für meist fünf bis 15 Jahre. Günstige Zinsen für bis zu 30 Jahre bieten so genannte Sofort-Finanzierungen der Bausparkassen, die sich aus einem tilgungsfreien Darlehen und einem Bausparvertrag zusammensetzen. Bauherren sollten bei ihrer Finanzierung auch die Riester-Förderung nutzen und so ihr Darlehen schneller tilgen. Für eine dreiköpfige Familie ergeben sich mit Riester Vorteile von über 50.000 Euro. Zu dieser Empfehlung kommt auch die Zeitschrift Finanztest, die in ihrer März-Ausgabe Riester-Kredite untersucht hat.

Bauherren, die ihren Kredit in den nächsten Jahren verlängern müssen, schauen nervös auf die Zinskurve. Welchen Rat können Sie geben?
Auch Anschluss-Finanzierer können vom Zinstief profitieren. Der Clou: Mit einem Forward-Darlehen sichern sie sich schon heute die günstigen Zinsen für ihre Darlehensverlängerung. Im Vorteil sind Hausbauer, die mit einem Bausparvertrag langfristig für ihre Anschlussfinanzierung vorsorgen. Sie können sich neben den günstigen Darlehens-Konditionen auch die staatliche Bauspar-Förderung sichern.

 

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