Fließende Räume
50er-Jahre-Wohnung in München saniert
München ist bei Immobilien Deutschlands teuerste Stadt. Die Preise sind hoch und die Nachfrage nach erschwinglichem, gut ausgestattetem Wohnraum konstant groß. So erweist sich auch eine großbürgerliche Wohnanlage, in den späten 1950er-Jahren in München-Schwabing gebaut, trotz ihres Alters als begehrte Stadtimmobilie. Der Architekt Jakob Bader hat eine der über hundert Wohnungen angemessen und mit viel Einfühlungsvermögen saniert. Unter anderem wurden die alten Rollladenbehänge durch solide Profile aus doppelwandigem Aluminium von Roma ersetzt.
Knapp 15 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges entstand im Stadtteil Schwabing eine für damalige Verhältnisse mondäne Wohnanlage, die zu jener Zeit, als Wohnraum noch knapp war, fast als Provokation empfunden werden musste. Heute liegen die beiden Häuser mit jeweils 50 Wohnungen in einer parkähnlichen Anlage inmitten des inzwischen dicht bebauten Stadtteils am Rande des Englischen Gartens. Während Altbauwohnungen mit hohen Decken und knarrenden Dielen nach wie vor auf der Beliebtheitsskala der Suchenden ganz oben stehen, wissen Insider längst um den Wert dieser Wohnanlage. Die Architektur der Jahrhundertwende schaffte zwar Raumvolumen, aber erlebbare Raumfolgen im Wohnungsbau gelangen erst der Moderne.
Ohne geschultes Architekturwissen fühlte sich das Ehepaar Karl und Elisabeth Soldner von der Wohnung am Artur-Kutscher-Platz magisch angezogen. Hier schienen sie nach langer Suche angekommen zu sein. Es waren die ineinander übergehenden, lichtdurchfluteten Räume, die ihnen spontan zusagten, in denen keine Brüstung den Blick nach draußen auf den alten Baumbestand versperrt, der umlaufende Balkon, der sonnige und schattige Plätzchen gleichzeitig bietet, und nicht zuletzt überzeugte die für eine Stadtwohnung passende Größe. Das Ehepaar war sich einig: Wenn ein neuer Lebensabschnitt beginnt, sollte die Wohnung die Veränderung auch zeigen. Sie baten den Münchner Architekten Jakob Bader, ein zeitgemäßes Ambiente zu schaffen, ohne Zugeständnisse an die Entstehungszeit des Hauses. Da half auch kein Wimmern und Klagen seitens des Architekten in Bezug auf das gut erhaltene Industrieparkett. Wenn schon neu, dann richtig, und so schlug der Architekt auch Veränderungen im Grundriss vor.
Von jedem der vier Zimmer, einschließlich der Küche, besteht Zugang zum 25 Meter langen, über Eck verlaufenden Balkon, dessen untere Brüstungstafeln aus Travertinplatten bestehen, die lediglich gereinigt werden mussten, um wieder wie neu auszusehen. Als weiteres Gestaltungselement für die Fassade wählte der damalige Architekt Ernst Barth Rollläden. Die Bauherren ließen sie nun durch ein zeitgemäßes Produkt von Roma austauschen, weil Rollläden ihnen nicht nur im Sommer als Überwärmungsschutz vertraut sind, sondern weil sie „auch so schön das Licht filtern.“ Die gewählten Rollladenprofile aus doppelwandigem Aluminium mit orangefarbener Isolierschäumung sind besonders stabil und erhöhen zudem die Wärmedämmleistung der Wohnung. Trotzdem ist der Behang ebenso leicht wie ein Kunststoffrollladen. Aluminiumprofile sind sehr beständig gegen Witterungseinflüsse durch UV-Licht, Hitze, Kälte und Regen. Die Dicklackbeschichtung erhält jahrzehntelang die frische Optik und die Profile müssen nie nachgestrichen werden.
Eine Eingangszone mit Garderobe und Gäste-WC wurde räumlich vom ehemals T-förmigen Flur getrennt, der es ermöglichte, die Dusche gegenüber dem Schlafzimmer separat vom Bad zu nutzen. Durch Integration der Dusche und des zugehörigen Fluranteils konnte das neue Bad deutlich vergrößert und mit dem Entfernen der Wand zum Schlafzimmer sogar mit Tageslicht versorgt werden. Bad und Gäste-WC sind mit schwarzen Mosaikfliesen ausgelegt. Dazu kontrastierend sind die Sanitärgegenstände weiß. Schon beim Betreten der Wohnung fällt der graue, hochglänzende Boden auf, eine Art veredelter Estrich auf PU-Basis. Passend dazu sind alle Wände in einem sehr hellen, warmen Grauton gestrichen. Der große Wohnraum kann durch eine bewegliche Verglasung geteilt werden und dient der Hausherrin als Arbeitsraum. Viel Platz für Bücher und einen Blickfang zugleich bietet das eingebaute, weiße Regal an der Außenwand im Wohnbereich.
Ums Eck: Von jedem der vier Zimmer aus gelangt man auf den 25 Meter langen Balkon der sanierten 50er-Jahre-Wohnung in München-Schwabing |
Sichtschutz: Die Rollladenprofile aus doppelwandigem Aluminium mit orangefarbener Isolierschäumung von Roma sind äußerst stabil, witterungsbeständig und tragen unter anderem zur Wärmedämmung der Wohnung bei – nicht nur in der Küche. |
Lichtdurchflutet: Der Wohnraum wird durch eine bewegliche Verglasung geteilt. Beide Räume sind hell und ermöglichen den Blick nach draußen. |
Im Herzen Schwabings: Die großbürgerliche Wohnanlage aus den 1950er Jahren ist trotz ihres hohen Alters eine begehrte Stadtimmobilie. Eine der Wohnungen wurde nun von Architekt Jakob Bader rundum saniert und unter anderem mit neuen Rollläden von Roma ausgestattet.
Fotos: Stefan Schumacher/Roma KG |
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