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Smart Home in der Renovierung

Welches Bussystem ist das richtige? eNet oder KNX

Wer renoviert, will manchmal nur die eigenen vier Wände verschönern, in anderen Fällen aber komplett neu gestalten und grundlegend umbauen. Fast immer steht der Wunsch nach höherem Wohnkomfort und mehr Sicherheit auf der Liste ganz oben, nicht selten auch ein effizienteres Energiemanagement des Gebäudes. All das lässt sich mit Bussystemen realisieren.

Grundsätzlich kann sich der Renovierer zwischen einem leitungsgebundenen und einem funkbasierten System entscheiden – Gira bietet die Technik für beide an. Im ersten Fall empfiehlt sich ein KNX System, das sich in den letzten 25 Jahren als weltweit gültiger Standard etabliert hat. Für Funk-Lösungen stellt Gira eNet zur Verfügung. Aber welches der beiden kommt für die Renovierung infrage? 

Bei einer KNX Installation von Gira wird eine Steuerleitung zusammen mit der Stromversorgung unter Putz verlegt. Dieses auf den ersten Blick unscheinbare grüne Kabel bildet das elektronische Netzwerk, über das die Steuerbefehle verschickt werden. Dazu müssen die herkömmlichen Schalter durch Tastsensoren ersetzt werden. Sie sind es, die ein Gebäude „intelligent“ machen, denn von ihnen gehen die Befehle aus – an Leuchten, Jalousien und an vieles andere, was im Haus elektrisch betrieben wird. So lassen sich beispielsweise einzelne Leuchten zu Lichtszenen bündeln, die mit nur einem Fingertipp aktiviert werden. Oder die Jalousiesteuerung erfolgt automatisch nach einem hinterlegten Zeitplan, der auch Wochenenden und Ferienzeiten berücksichtigt.

Gira eNet ist, was die Leistungsfähigkeit des Systems in solchen Basis-Funktionen betrifft, durchaus mit KNX vergleichbar. Der wesentliche Unterschied: eNet ist funkbasiert, die Steuerbefehle werden per Funk geschickt. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass bei einer Installation nicht eigens Wände aufgestemmt und Leitungen verlegt werden müssen. Außerdem lassen sich die Funk-Wandsender überall dort anbringen, wo sie benötigt werden – sie sind batteriebetrieben und damit unabhängig von einer Stromleitung. Wer bei Gira eNet Funk-Handsender nutzt, ist ohnehin unabhängig von den räumlichen Gegebenheiten.

Auf den ersten Blick scheint klar: Gira eNet ist für die Renovierung, das Gira KNX System für den Neubau. Doch ganz so einfach ist es nicht. Bei Renovierungen kommt es auf vier Faktoren an, die die Entscheidung für oder wider das jeweilige System beeinflussen. 

Schönheitsreparaturen oder Umbauten?

Zunächst geht es um den Umfang der Renovierung: Werden Wände versetzt, herausgenommen und außerdem ein neues Heizsystem installiert, empfiehlt sich ohnehin die Erneuerung der bestehenden Elektroinstallation. Dann kann auch gleich eine KNX-Steuerleitung mit verlegt werden. Werden dagegen eher „Schönheitsreparaturen“ ins Auge gefasst, lediglich Fenster ausgetauscht oder nur die Außenhülle des Gebäudes neu gedämmt, dann ist Gira eNet die bessere Option: schnell und sauber installiert, ein Garant für ein intelligentes Smart Home selbst in alten Mauern. Denn Gira eNet ist in seinen Basisfunktionen ähnlich leistungsfähig wie KNX.

Eigentümer oder Mieter?

Ganz wesentlich ist zudem der Umstand, ob der Renovierer Besitzer der Immobilie ist – oder deren Mieter. Im letzteren Fall werden in der Regel nur Verschönerungen vorgenommen, und dann sollte Gira eNet zum Einsatz kommen. Was noch einen weiteren Vorteil hat: Bei einem Umzug nimmt der Mieter sein eNet System einfach mit – denn es lässt sich ebenso leicht deinstallieren wie einrichten.

Grundfunktionen oder komplexe Lösungen?

Für den Besitzer einer Immobilie ist es schließlich wichtig zu wissen, ob ihm die Grundfunktionen einer Businstallation reichen oder er mehr Funktionen integrieren und nutzen will. Beide Systeme lassen sich übrigens in ihrer Funktionalität jederzeit ausbauen und auch von extern einsehen und steuern – etwa vom Smartphone aus. Beide benötigen dann aber weitere Komponenten: eNet den Gira eNet Server und KNX entweder den Gira HomeServer oder den Gira X1. Mit allen drei Servern lassen sich komplexe Lösungen realisieren. Allerdings ist hier der Gira HomeServer und damit das leitungsgebundene KNX System dann doch deutlich leistungsfähiger. Nur ein Beispiel: Per Gira HomeServer lässt sich die Gartenbewässerung steuern, wobei über IP-Schnittstellen Informationen aus dem Internet herangezogen und ausgewertet werden, etwa der örtliche Wetterbericht und die Wetterprognose.

Wer mehr wissen will, was möglich und was sinnvoll ist, wendet sich am besten an einen der rund 150 Gira System-Integratoren – das sind ausgewiesene Spezialisten speziell für Bussysteme, die sich über die Gira Homepage leicht finden lassen.  

Datensicherheit im Smart Home

Ein letzter Entscheidungsfaktor für Funk oder KNX ist die Frage nach der Datensicherheit im intelligenten Haus. Entgegen manchem Medienbericht lässt sich das Smart Home durchaus verlässlich schützen – ab sofort mit dem neuen Sicherheitsstandard KNX Secure, in den bereits einige der KNX Geräte von Gira eingebunden werden können.

Auch Funknetzwerke (WLAN) lassen sich absichern. Tatsache ist aber, dass dafür wesentlich höhere Sicherheitsstandards erforderlich sind, etwa die Verschlüsselungsmethode WPA2. Auch dieses Thema sollten Renovierer bedenken, wenn sie sich für KNX oder eNet entscheiden. Und möglichst den System-Integrator ihrer Wahl mit einbinden in die Entscheidungsfindung.
 

Wer renoviert, will manchmal nur die eigenen vier Wände verschönern, in anderen Fällen aber komplett neu gestalten und grundlegend umbauen.
Fast immer steht der Wunsch nach höherem Wohnkomfort und mehr Sicherheit auf der Liste ganz oben …
… nicht selten auch ein effizienteres Energiemanagement des Gebäudes. All das lässt sich mit Bussystemen realisieren.
Der Gira HomeServer lässt sich auch mit dem iPad oder dem iPhone mobil und von unterwegs aus steuern. Bilder: (1-3) Thea Weires für Gira, (4) Uli Beuttenmüller für Gira