Mit Dämmstoffdicken gestalten

Heizkostenbremse hinter Klinkerfassade: „Neue Mitte Porz“

Fassaden lassen sich mit Farbigkeit und Materialität gestalten – aber auch mit Vor- und Rücksprüngen. Unterschiedliche Tiefen geben den sonst flächigen Bauteilen eine besondere Wirkung. Diese Plastizität kann sehr wirtschaftlich mit variierenden Dämmstoffdicken erzielt werden. Dabei bleiben die Bauabläufe unverändert – es ist lediglich sicherzustellen, dass der Wärmeschutz in den Teilen der dünneren Dämmschicht verordnungskonform bleibt. Mit dem Fassadendämmsystem „StoTherm Mineral“ lässt sich die Idee auch als nichtbrennbare Variante realisieren. Dann sind Brandschutz, Dämmung und Gestaltung ideal verbunden und im Mehrgeschosswohnbau umsetzbar. Ein beeindruckendes Beispiel solcher Kubatur steht in Köln. Das von JSWD Architekten (Köln) entworfene Wohn- und Geschäftshaus ist eines von drei neuen Gebäuden, die die „Neue Mitte Porz“ bilden. Der Block mit 49 Wohnungen und einem Nahversorger besteht aus 17,5 Zentimeter dicken Stahlbetonscheiben, die mit Mineralwolleplatten in Dicken von 100 und 200 Millimetern gedämmt sind. Dieser Wechsel lässt die plastische Tiefenwirkung vor allem um die Fenster und Loggien entstehen. Zudem gliedern 260 Millimeter breite Nischen den Gebäudeblock über die gesamte Höhe, was – unterstützt von einzelnen Giebeldächern – den Eindruck einer Parzellenstruktur vermittelt. Besonders elegant: Die bautechnisch notwendigen Dehnfugen konnten teilweise in den Nischen „versteckt“ werden.

Silbergrau changierende, massive Klinkerriemchen (StoBrick im Langformat, 490 x 40 x 14 mm) setzen die Fassade in einen dialogischen Bezug zur umgebenden gründerzeitlichen Bebauung. Die dreidimensionale Gliederung innerhalb der Fassade wird durch farblich unterschiedlich nuancierte Fugenmörtel verstärkt. 

260 mm breite Nischen über die Gebäudehöhe verstärken den Eindruck einer Parzellenstrukt
Die plastische Wirkung der Vor- und Rücksprünge wird durch zwei verschiedene Farbnuancen beim Fugenmörtel unterstü
Die Satteldächer mit variierenden Firsthöhen unterstreichen den Eindruck eines aus mehreren Gebäuden gefügten Stadtblocks. Die zurückgesetzten Klinkerflächen sind um die Fenster und eingeschnittenen Loggien angeo
Das Fassadendämmsystem ist mit langformatigen StoBrick-Klinkerriemchen (490 x 40 x 14 mm) belegt
Systemaufbau StoTherm Mineral für harte Beläge – hier mit StoBrick-Klinkerfassade. 1. Mineralischer Klebe- und Armierungsmörtel (StoLevell Uni) 2. Mineralwolle-Dämmung (Sto-Speedlamelle oder Sto-Steinwolleplatte) 3. Befestigung (StoThermodübel II UEZ 8/60) 4. Mineralischer Klebe- und Armierungsmörtel (StoLevell Uni) 5. Bewehrung/Armierung (Sto-Glasfasergewebe G) 6. Mineralischer Verlegemörtel (StoColl KM) 7. StoBrick-Klinkerriemchen mit mineralischem Fugenmörtel (StoColl FM-K) Bilder (2): Sto SE