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Paroc treibt Dekarbonisierung der Steinwolleproduktion voran

CO₂-effiziente Herstellung durch elektrische Schmelztechnologie

Paroc hat durch konsequente Prozessinnovationen und den Einsatz elektrischer Schmelzöfen die CO₂-Bilanz seiner Steinwolleproduktion verbessert. In Kombination mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen konnten die CO₂-Emissionen im Schmelzprozess um bis zu 80 Prozent gesenkt werden. Darüber hinaus reduzieren sich die EPD-basierten Produktfußabdrücke ausgewählter Dämmstoffe um bis zu 78 Prozent. Diese Maßnahmen bilden zentrale Bestandteile der Unternehmensstrategie und sind die Antwort auf die steigenden Anforderungen der Bau- und Baustoffindustrie an klimafreundliche Produktionsprozesse.

Steinwolle-Dämmstoffe tragen über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes zur Energieeinsparung bei. Gleichzeitig ist ihre Herstellung besonders energieintensiv – vor allem der Schmelzprozess der mineralischen Rohstoffe. Dies erfolgt traditionell in koksbetriebenen Kupolöfen, die hohe CO₂-Emissionen verursachen und nur begrenzte Flexibilität in der Prozesssteuerung ermöglichen. Eine interne Analyse der Produktionsabläufe bei Paroc zeigte, dass der Schmelzprozess die Hauptquelle der Emissionen darstellt. Auf Basis dieser Erkenntnis hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren eine umfassende technologische Strategie entwickelt, um die Emissionsintensität der Produktion zu reduzieren.

Elektrisches Schmelzen als Schlüssel zur Emissionsreduktion

Die Einführung und Skalierung elektrischer Schmelzöfen stellt den wohl tiefgreifendsten Schritt der Produktionsumstellung dar. Im Gegensatz zu Kupolöfen basiert das elektrische Schmelzen nicht auf fossilen Brennstoffen, sondern auf Stromzufuhr und ermöglicht somit einen vollständig anderen energetischen Ansatz. Besonders deutlich wird der Vorteil, wenn der Strom aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Unter diesen Bedingungen lassen sich die CO₂-Emissionen des Schmelzprozesses um bis zu 80 Prozent reduzieren. Paroc betreibt derzeit drei elektrische Schmelzöfen – eine Anlage in Finnland und zwei in Polen. Sie sind in den laufenden Produktionsbetrieb integriert und bilden die Basis für eine weitreichende Transformation der Steinwolleherstellung. Ergänzend wird in Schweden derzeit die neue „Natura Line“ errichtet – eine Produktionslinie, die vollständig auf diese CO₂-arme Schmelztechnologie ausgelegt ist und damit die Fortsetzung der strategischen Elektrifizierung markiert.

Erneuerbare Energien im Fokus

Der technologische Wandel ist jedoch nur ein Teil der Emissionsreduktion. Ebenso entscheidend ist die Energiequelle selbst, mit der die elektrischen Öfen betrieben werden. Während Finnland und Schweden bereits seit Jahren Strom aus erneuerbaren Energien beziehen, war dies in Polen zunächst nicht der Fall. Die dortige Stromerzeugung basiert traditionell zu großen Teilen auf Kohle, was die CO₂-Bilanz trotz elektrischer Öfen beeinträchtigte. Um dies zu ändern, initiierte Paroc eine

umfangreiche Prüfung verschiedener Energiebezugsmodelle und entschied sich im Jahr 2021 für ein Virtual Power Purchase Agreement (VPPA) mit Octopus Renewables. Seit Anfang 2022 erfolgt die Versorgung der beiden polnischen Elektroschmelzanlagen vollständig mit Strom aus Windenergie. Allein durch diese Umstellung konnten die Emissionen der europäischen Paroc-Steinwolleproduktion um etwa 30 Prozent reduziert werden.

Messbare Effekte auf Produktebene: Neue EPDs belegen CO₂-Verringerungen

Die technologischen Maßnahmen zeigen sich nicht nur in der Prozessbilanz, sondern auch deutlich im Produktprofil. Die neue Umweltproduktdeklaration (EPD NEPD-4337-3565-EN) belegt, dass die Dachdämmstoffe PAROC Tectum 037, PAROC Robust 038 und PAROC Premo 90 ihren Gesamt-CO₂-Fußabdruck über den Lebenszyklus (A1–C4) um 78 Prozent reduzieren konnten. Diese Werte basieren auf standardisierten, extern verifizierten Berechnungsverfahren und unterstreichen den direkten Zusammenhang zwischen elektrischer Schmelztechnologie, erneuerbaren Energiequellen und den Auswirkungen auf das Endprodukt. Bemerkenswert ist zudem, dass diese Emissionsreduktionen nicht auf Kosten der Produktleistung erfolgen. Die Dämmstoffe verfügen weiterhin über ihre gewohnt hohe Brandsicherheit, Langlebigkeit und Formstabilität. In einigen Fällen konnten die technischen Eigenschaften sogar weiter verbessert werden – so wurde beispielsweise die Druckfestigkeit von PAROC Premo 90 auf größer oder gleich 90 Kilopascal erhöht.

Zukunftsorientierte Veränderungen mit Qualitätsanspruch

Der Ansatz von Paroc ist klar formuliert: Innovationen werden nur dort umgesetzt, wo sie einen echten Mehrwert liefern. Tommy Lindgren, Leiter der Forschung und Entwicklung, fasst dies wie folgt zusammen: „Wir verändern uns nicht um der Veränderung willen, sondern um der Zukunft willen.“ Qualität ist und bleibt der zentrale Wettbewerbsfaktor von Paroc. Jede Prozessoptimierung muss daher sowohl zur Emissionsreduktion als auch zur Sicherstellung der gewohnt hohen technischen Leistungsfähigkeit beitragen.

Ausblick: Fortsetzung der Elektrifizierung und weitere Prozessinnovationen

Die bisherigen Schritte markieren einen fundamentalen Wandel innerhalb der Steinwolleproduktion. Gleichzeitig ist die Entwicklung nicht abgeschlossen. Paroc arbeitet kontinuierlich an der Weiterentwicklung seiner elektrischen Schmelzprozesse, an der Ausweitung erneuerbarer Energiequellen sowie an technischen Innovationen in vorgelagerten und nachgelagerten Produktionsphasen. Ziel ist es, die CO₂-Effizienz der gesamten Wertschöpfungskette weiter zu verbessern und damit einen wesentlichen Beitrag für die zukünftigen Anforderungen des europäischen Bauwesens zu leisten.

Elektrisches Schmelzen statt fossiler Brennstoffe: Die modernen Öfen reduzieren die CO2-Emissionen im Schmelzprozess um bis zu 80 Prozent und erhöhen gleichzeitig die Prozessflexibilität. Foto: OC PAROC
Im schwedischen Standort Hällekis wird bereits seit Jahren Strom aus erneuerbaren Quellen für die elektrischen Schmelzöfen genutzt. Foto: OC PAROC
Neue EPDs zeigen, dass ausgewählte Paroc Dachdämmstoffe ihren Lebenszyklus-CO2-Fußabdruck um bis zu 78 Prozent reduziert haben. Foto: OC PAROC
Kontinuierliche Prozessoptimierung: Vom Rohstoffhandling über den Schmelzprozess bis zur Endfertigung werden alle Produktionsschritte auf Energieeffizienz und Emissionsreduktion geprüft. Foto: OC PAROC