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Was kostet es, Rollrasen zu verlegen?

Blicken Sie aus Ihrem Fenster auf einen saftig grünen, dichten Rasen oder doch eher auf ein (bestenfalls) als "Charakterwiese" zu bezeichnendes Stück Land? Der deutsche Gartenbesitzer sehnt sich nach Perfektion. 

Und hier betritt der Rollrasen die Bühne. Er ist die sofortige Befriedigung für den geschundenen Gärtnerblick. Ausrollen, wässern, (fast) fertig. Doch dieser Luxus des "Instant-Grüns" hat seinen Preis. Aber welchen genau?

Die Frage ist nicht mit einer einzigen Zahl zu beantworten. Daher schlüsseln wir für Sie in diesem Artikel die Posten auf, die auf dem Weg zum perfekten Rasen bilanziell zu Buche schlagen.

Die Grundlage des Preises: Der Quadratmeter Fertiggrün

Der offensichtlichste Kostenfaktor ist der Rasen selbst. Doch Rasen ist nicht gleich Rasen. Die Anforderungen an das Grün im schattigen Vorgarten sind grundlegend anders als an die Spielwiese, auf der die nächste Fußball-Weltmeisterschaft im Kleinformat ausgetragen wird.

Gute Anbieter differenzieren ihr Angebot. So finden sich meist drei Hauptkategorien, die sich in Saatgutzusammensetzung, Strapazierfähigkeit und Pflegeaufwand unterscheiden. Bei RollrasenShop, einem der führenden Anbieter in Deutschland, beginnen die Preise für einen robusten Sport- und Spielrasen beispielsweise bei etwa 2,05 Euro pro Quadratmeter. Dieser Typ ist, wie der Name andeutet, ideal für Familien und aktive Gärten.

Wer es repräsentativer mag, wählt den Premiumrasen. Dieser kostet ab etwa 2,50 Euro pro Quadratmeter und besticht durch eine besonders dichte, feine Narbe – ein optischer Genuss für den klassischen Ziergarten. Die Königsklasse bildet der Schattenrasen. Mit Preisen ab etwa 3,50 Euro pro Quadratmeter ist er der teuerste im Bunde, aber oft die einzige Lösung für komplizierte Nordlagen oder Flächen unter dichtem Baumbestand. Diese Preise sind jedoch nur die "nackte Ware".

Das unsichtbare Fundament: Die Kosten der Vorbereitung

Anna-Christina Grilec, Expertin von rollrasenshop.de, gibt zu bedenken:

“Sie können den teuersten Premiumrasen kaufen – wenn der Untergrund nicht stimmt, ist das Geld sprichwörtlich im Boden versenkt. Ein Rollrasen verzeiht keinen Pfusch bei der Vorbereitung.”

Bevor die erste grüne Bahn liegt, muss daher der alte Bewuchs restlos entfernt werden. Das ist ein Knochenjob. Wer keinen Aushub per Hand machen möchte, mietet eine Rasenschälmaschine (ca. 80 bis 150 Euro pro Tag).

Anschließend muss der Boden tiefgründig gelockert werden. Bei kleinen Flächen reicht der Spaten, bei größeren ist eine Motorhacke (Mietkosten: ca. 50 bis 100 Euro pro Tag) unverzichtbar.

Jetzt kommt der wichtigste Teil: die Prüfung und Verbesserung des Bodens. Ist der Boden zu lehmig (schwer), muss Sand eingearbeitet werden, um Staunässe zu verhindern. Ist er zu sandig (leicht), fehlt ihm die Fähigkeit, Wasser und Nährstoffe zu speichern; hier hilft Humus oder guter Kompost. Pro 100 Quadratmeter können hier schnell Materialien im Wert von 100 bis 300 Euro zusammenkommen.

Abschließend muss die Fläche penibel eben abgezogen werden. Jede Delle, jeder Hügel, den Sie jetzt belassen, wird Sie später beim Mähen zur Verzweiflung bringen.

Selbst ist der Mann (oder die Frau) vs. Der Gärtner macht's

Der vorbereitete Boden ist da, der Rasen ist bestellt. Nun zur Verlegung. Hier stehen Sie vor der Grundsatzentscheidung: Machen Sie es selbst oder beauftragen Sie einen Fachbetrieb (Garten- und Landschaftsbau, kurz: GalaBauer)?

Variante A: Die Eigenregie

Rollrasen verlegen ist kein Hexenwerk, aber schwere körperliche Arbeit. Eine einzelne Rasenrolle wiegt, je nach Witterung, zwischen 15 und 20 Kilogramm. Bei einer Fläche von 100 Quadratmetern bewegen Sie also knapp zwei Tonnen – von Hand. Hinzu kommt der Zeitdruck: Rollrasen ist ein Frischeprodukt und sollte idealerweise binnen 24 Stunden nach Lieferung verlegt sein.

Kosten: Abgesehen von einem scharfen Messer (Cuttermesser), vielleicht einem Rasenroller (Miete ca. 20 Euro) und dem obligatorischen Starterdünger (ca. 20 bis 40 Euro) fallen hier kaum Materialkosten an. Der Muskelkater ist im Preis inbegriffen.

Variante B: Das Sorglos-Paket

Wer Zeit, Nerven oder einen gesunden Rücken schätzt, beauftragt einen Profi. Die Kosten für die reine Verlegung (also ohne die oben genannte Bodenvorbereitung) durch einen GalaBauer variieren stark nach Region und Betrieb. Rechnen Sie mit etwa 15 bis 35 Euro pro Quadratmeter.

Wichtig: Holen Sie sich detaillierte Angebote ein. Beinhaltet der Preis die komplette Vorbereitung (Altrasen entfernen, fräsen, nivellieren) oder nur das reine Ausrollen auf den von Ihnen vorbereiteten Boden? Der Unterschied ist finanziell gewaltig.

Anlieferung oder Abholung?

Wie kommt der Rasen nun in Ihren Garten? Bei Anbietern wie rollrasenshop.de ist der Prozess transparent gestaltet. Sie geben Ihre Postleitzahl und die benötigte Quadratmeterzahl online ein. Das System errechnet daraufhin einen Endpreis.

In diesem Preis sind die Transportkosten in der Regel bereits enthalten. Der Rasen kommt auf Paletten per Spedition, meist bis zur Bordsteinkante. Bedenken Sie: Der LKW muss Ihre Straße befahren können.

Viele Händler bieten auch die Selbstabholung an, um Transportkosten zu sparen. Das klingt verlockend, will aber gut überlegt sein. Bedenken Sie das Gewicht. Die Ersparnis bei der Lieferung für Selbstabholer kann durch Mietkosten für Transporter und den Zeitaufwand schnell relativiert werden.

Nach dem Verlegen ist vor dem Wässern: Die Folgekosten

Der Rasen liegt, er sieht prächtig aus. Die Arbeit ist getan? Keineswegs. Jetzt beginnt die entscheidende Anwachsphase. Die ersten zwei bis drei Wochen müssen Sie den Rasen permanent feucht halten. Das bedeutet, je nach Witterung, tägliches, oft mehrfaches Wässern.

Dieser Posten wird fast immer unterschätzt: der Wasserverbrauch. Wenn Sie 100 Quadratmeter Fläche durchdringend (ca. 15-20 Liter pro qm) wässern, rauschen pro Vorgang 1,5 bis 2 Kubikmeter Wasser durch den Schlauch. Bei täglicher Beregnung über 14 Tage summiert sich das. Je nach regionalen Wasser- und Abwassergebühren (ca. 4 bis 6 Euro pro Kubikmeter) sind das zusätzliche 80 bis 180 Euro auf der Wasserrechnung.

Fazit: Ist das schnelle Grün den Preis wert?

Was kostet Rollrasen nun?

Rechnen wir ein Beispiel für 100 Quadratmeter durch:

  1. Produkt (DIY-Abholung): 100 qm Sport- und Spielrasen à 2,05 € = 205 €

  2. Produkt (Lieferung, geschätzt): 100 qm Premiumrasen inkl. Lieferung = ca. 600 - 800 €

  3. Vorbereitung (DIY, Miete): Mietgeräte, Sand, Dünger = ca. 200 €

  4. Verlegung (Profi, nur Verlegung): 100 qm à 20 € = 2.000 €

  5. Verlegung (Profi, Komplettpaket): 100 qm à 45 € (inkl. Vorbereitung) = 4.500 €

Ein 100-Quadratmeter-Rasen kann Sie also, je nach Eigenleistung und Rasentyp, zwischen 400 Euro (alles selbst gemacht, günstigster Rasen, selbst abgeholt) und über 5.000 Euro (Premiumrasen, Komplettservice vom GalaBauer) kosten.

Der Rollrasen ist eine Investition. Er bietet einen sofortigen, unschätzbaren Gewinn an Lebensqualität. Wer den Anblick von sattem Grün dem monatelangen Kampf mit Vogelfraß und Unkraut vorzieht, findet hier die ideale Lösung.

 

Ausrollen, wässern, (fast) fertig. Bild: Pixabay