Steckdose winddicht machen

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Jenne
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Steckdose winddicht machen

Beitrag von Jenne » Mo 3. Dez 2007, 22:03

Hallo Zusammen,

nach größerem Umbau sind die Wände innen mit OSB und ReGipsplatten erneuert worden.

Nun war es ja gestern schön windig und bei mancher Steckdose hatte ich das Gefühl
das der Wind durchpfeift.
Schnell beim Elektriker angehalten und nachgefragt. Der meinte ich solle um die Steckdose
herrum Bauschaum verteilen ?!?
Als ich dann vom Mittag wieder in der Firma eintraf lag eine Tüte mit Einsätzen auf meinem
Tisch mit einen Zettel drauf ich solle diese in die Dosen verbauen.

Wie mach ich das am besten. Oder doch Bauschaum nehmen - bähhh
... bis denne, Jenne ;-)
Henkelro
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Beitrag von Henkelro » Di 4. Dez 2007, 22:10

Das mit dem Bauschaum ist eine Low-Budget Lösung und der elektrische ist böse. Ich fürchte, du solltest dir mal Gedanken über Winddichtigkeit und Dampfdichtigkeit machen. Die OSB sollten wenn sie richtig verlegt sind und auch die Anschlußdichtungen richtig gemacht sind ausreichenden SD Wert haben. Da ist aber jetzt ein Loch, deine Steckdose.
Und jetzt brauchen wir den Holzfäller, weil um das zu flicken habe ich ehrlich zu kurze Hosen.
HOLZFÄLLER HILFE!
gruß Roland
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Beitrag von holzfaeller » Di 4. Dez 2007, 23:11

wer hat gerufen :D
also erst mal ne Frage oder zwei: was ist da für eine Konstruktion dahinter? gibt es eine geplante luftdichte Ebene in Form einer Dampfbremse, Folie oder Pappe? oder soll die OSB-Platte die Dampfbremse und luftdichte Ebene definieren und ist auch an den Anschlüssen zu anderen Bauteilen dicht verklebt?
Wenn OSB=luftdichte Ebene (dann aber Dämmung direkt daran anliegend sonst macht es keinen Sinn) kann man einfach luftdichte Dosen einsetzen, sehen ganz normal aus, ausser daß statt der Löcher auf der Rückseite Teilflächen als Membran mit einer gummiartigen Masse geschlossen sind. In diese Masse piekst man ein GANZ (!) kleines Loch und zieht das Kabel durch sodaß die gummiartige Masse das Kabel fest umschließt und eindichtet.... derartige Leerdosen sind unterdessen überall erhältlich.
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Arno Kuschow
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Jenne
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Beitrag von Jenne » Mi 5. Dez 2007, 21:42

Hallo Zusammen,

also die OSB-Platte ist die Dampfsperre und ist auf Lattung geschraubt die mit 40er MiWo verfüllt ist. Stöße, Ecken und Kanten sind mit Sicrall abgeklebt worden.
Sah ganz gut aus bis der E kam :wink:
In den Außenwänden sind winddichte Dosen verbaut.
In der Küche sind die besagten windigen Dosen an einer Innenwand. Küche (2 Außenwände, eine 3. zum unbeheizten Treppenhaus) ist auch am meisten durchlöchert wegen der Vielzahl der Dosen. Dann noch Ablufthaube und Gasthermenabgasrohr.
Um das Abgasrohr der Therme habe ich am Wochenende Dichtschnur vom Ofen gestopft. Seitdem ist es besser geworden. War ja auch ganz schön windig die Tage.

Nun hat mir ja der E so ne Art Becher gegeben die in die Hohlwanddosen rein sollen. Diese Becher sind aber rel. steif.
Also einfach ein Loch reinschnitzen in knapper Kabelstärke oder Hohlwanddosen komplett tauschen und den Putz dabei "ruinieren"
... bis denne, Jenne ;-)
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Beitrag von Henkelro » Mi 5. Dez 2007, 22:40

Hallo, gerade von der Messe zurück
Eigentlich zeigt ein kleines Stürmchen die Fehler in der Gebäudehülle welche andernorts mit Blowerdoor oder ähnlichen Verfahren aufgezeigt werden - ist doch gut oder?
Geht das Rohr der Gastherme über Dach?
wenn die Gastherme ne Brennwert ist, dann kannst du auch mit den Dampfbremsenden Klebebändern anschließen. Die sind im Gegensatz zu einer Keramikfaser auch Dampfbremsend. Und ne Brennwertleitung hat keine hohen Abgastemperaturen. Wenns dann noch ne Verbrennungsluftführende Leitung ist, dann immer feste (ich meine natürlich mit außreichend Platz für Bewegungen) drangepappt.
Die Küchendunstleitung sollte wegen des großen Luftdurchsatzes niedrige Temperaturen haben und ebenfalls ohne Probleme dampfbremsend anzuschliesen sein.
Die Luftbebegung an den Steckdosen der Innenwände kann auch durch Leerrohre von jedem Punkt des Hauses Übertragen sein. Das ist dann eine sehr tückische Falle im Sine der Dampfbremse, gerade von der Küche ausgehend. Ich würde dann den Leerrohren einen Pfropf mit einem Dichtkitt verpassen, aber so das man ggf. den Pfropf zum Einziehen neuer Leitungen erneuern kann.
Aber wie gesagt: Da bin ich nicht firm genug um die bestmögliche Antwort zu geben
holzfaeller
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Beitrag von holzfaeller » Mi 5. Dez 2007, 23:16

hmmmmmmmm, eigentlich sind die "Becher" die Leerdosen und müssten exakt in die normalen Löcher der E-Installation passen. die sind normalerweise gesichert mit zwei kleinen Schrauben die die Dosen im Loch einklemmen. Wenn man die löst muß die alte Dose leicht rausgehen.
Relativ steif sollten die in den Durchgangsebenen für die Kabel eigentlich nicht sein. Die die ich kenne sind insgesamt orangefarben und die elasischen Bereiche sind aus weißem kautschukartigem Material, Dicke und Konsistenz ungefähr wie ein Schlauch von 'nem Fahrradreifen....

das mit dem Wind und Blower Door ist in der Tat der richtige Vergleich, der Test bei 50 pa Druckdifferenz simuliert im Grunde genommen einen leicht auffrischenden Wind..... bei dem dann schon teilwiese das mehrfache Luftvolumen des Hauses stündlich nach draussen gelangt.
Bei Häusern ohne raumlufttechnische Anlage dürfen das gemäß EnEV 3 komplette Luftwechsel sein :evil:
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Jenne
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Beitrag von Jenne » Fr 21. Dez 2007, 08:15

Hallo Arno und Roland,

Danke für die Mühe die Ihr euch gebt :D

Sorry wenn es ein wenig gedauert hat mein E hatte ein Baustelle gaaaanz
weit weg :wink:

Also diese weißen Becher die er mir gegeben hat sind von Kaiser-Elektro Bild
Die sollen die Steckdosen nachträglich winddicht machen ohne Ausbau derselbigen.

Ich habe beim Ausbau ein wenig Bammel das mir der 3mm-Putz großflächig
wegplatzt. Und erplatzt. dass hatte ich an einer Ecke schon mal...
Nun sagt mein E ein Loch im Kabelquerschnitt rein und fertig. Wenn ich mir diese
Dose genau anschau sind 8 kleinere Löcher mit Verstärkung vorgesehen wo
nur die einzelnen Adern der Leitung durchpassen.
Würde für mich auch Sinn ergeben da mit den Adern direkt duchgestochen werden
kann und beim Kabel müsste ja wieder ein passendes Loch geschnitten werden.
Und das will man erst mal passend schneiden - ohne größere Fehlstellen.
Oder eben Dichtkitt verwenden - Gibt es da was specielles?
Übrigens Leerrohre sind nicht verbaut. Die Decke wurde abgehängt und da liegen
jetzt die Kabel drinnen; an die Wand gepinnt.
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Jaimo
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Re: Steckdose winddicht machen

Beitrag von Jaimo » Mi 23. Feb 2011, 09:35

He Jenne,
(hoffe, ich bin jetzt noch nicht zu spät... Bild )

Guck mal: http://www.bauexpertenforum.de/showthread.php?p=107994

Viele Grüße,

Jaimo Bild
* Dumm dearf ma scho sei, bloß zhäifa muaß ma se wissn...*
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johnnyg81
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Re: Steckdose winddicht machen

Beitrag von johnnyg81 » Do 11. Aug 2011, 20:39

Als mich meine Freunde verließen, nachdem wir meine Wohnung saniert hatten, blieben noch ein paar kleiner Arbeiten. Ich hab die Steckdosen dann, weil nichts anderes mehr im Haus verfügbar, einfach mit Silikon angebracht. Und ich bin begeistert, denn das hält auch erstaunlich gut! :-)
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Re: Steckdose winddicht machen

Beitrag von Independent » Mo 22. Aug 2011, 14:47

Und das hält wirklich?! Würde mich ja wundern aber nungut ;)
Zeichnen ist eine Form des Nachdenkens auf dem Papier.
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