Fassadensanierung, neue Fenster

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wolli
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Fassadensanierung, neue Fenster

Beitrag von wolli » Sa 23. Okt 2010, 19:34

Guten Tag,

ich möchte ein altes Haus kaufen, Baujahr ca.1919.
In der schönen Klinkerfassede (original) sind scheußliche Alufenster (doppelverglast aber sicher 20 Jahre alt). Diese sollen schon aus ästhetischen Gründen gegen Holzfenster ausgetauscht werden.
Ergibt sich allein daraus eine gesetzliche Pflicht zur Fassadendämmung? Kann man das ordentlich ohne Fassadendämmung hinbekommen?(Thema Schimmel).

Wie sieht es bei der einer Wand mit wenigen Fenstern aus, die saniert (Risse) und neu verputzt werden muss?

Über wirtschaftlichen Sinn einer Dämmung muss ich natürlich auch entscheiden, mir geht es aber primär um gesetzliche Zwänge.

Vielen Dank für Hinweise und Verweise

Wolli
holzfaeller
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Re: Fassadensanierung, neue Fenster

Beitrag von holzfaeller » Sa 20. Nov 2010, 12:55

wolli hat geschrieben:Guten Tag,

ich möchte ein altes Haus kaufen, Baujahr ca.1919.
In der schönen Klinkerfassede (original) sind scheußliche Alufenster (doppelverglast aber sicher 20 Jahre alt). Diese sollen schon aus ästhetischen Gründen gegen Holzfenster ausgetauscht werden.
Ergibt sich allein daraus eine gesetzliche Pflicht zur Fassadendämmung? Kann man das ordentlich ohne Fassadendämmung hinbekommen?(Thema Schimmel).

Wie sieht es bei der einer Wand mit wenigen Fenstern aus, die saniert (Risse) und neu verputzt werden muss?

Über wirtschaftlichen Sinn einer Dämmung muss ich natürlich auch entscheiden, mir geht es aber primär um gesetzliche Zwänge.

Vielen Dank für Hinweise und Verweise

Wolli
Durch den Austausch der Fenster gegen neue höherwertige Fenster kann man keinen Zwang zur vollständigen energetischen Sanierung des Hauses ableiten!
Aber es gibt einige Zwangspunkte in der Bauphysik:
Die alten schlechten Fenster waren wahrscheinlich der Kondensator des Hauses, Raumfeuchtigkeit schlägt sich zuerst an deren Scheiben nieder und nicht an kritischen Bauteilen. Wenn die Fenster jetzt aktuelle Verglasungen erhalten kann es sein, daß deren U-Werte besser sind als der von Wänden und Decken an geometrischen oder konstruktiven Kältebrücken. Die Wahrscheinlichkeit von Kondensat-Feuchtigkeit an diesen Schwachpunkten steigt also.
Dazu kommt, daß die neuen Fenster dichter sind als die Alten, der natürliche (energiefressende!) Luftwechsel wird sich also erheblich verringern, dadurch auch der Feuchteabtransport aus dem Haus. Ob das dann noch mit normalem Fensterlüften in den Griff zu bekommen ist? Sehr fraglich!!! Auch schon Gegenstand von Gerichtsprozessen gewesen, eigentlich Notwendigkeit einer kontrollierten Wohnungslüftung zur Schadensvermeidung!
Wenn man neue Fenster einsetzt und grundsätzlich eine Fassadensanierung erwägt, muß man auch die Montageposition der Fenster mit bedenken, also die Fenster in die Ebene der jetzigen Fassadenoberfläche setzen, damit bei einer (späteren) Dämmfassade die Blendrahmen mit überdeckt werden und dort keine heftige Schwachstelle entsteht .....

ich könnte das jetzt noch endlos weiter ausführen, aber was klar sein sollte: der eventuelle gesetzliche Zwang kann auch schon mal physikalischen Zwängen folgen und im Interesse des Bauherrn sein. So wie ich das zur Zeit sehe ist sogar der gesetzliche Zwang zu schwach, aufgeweicht von Lobbyarbeit der Bauindustrie die in der Erkenntnis noch nicht so weit ist.

Gruß
Arno Kuschow
Steinzeit ist vorbei!
Gruß aus der Passivhausecke
Arno Kuschow / www.eco-casa.de
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