Kellerdecke dämmen

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Jenne
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Kellerdecke dämmen

Beitrag von Jenne » So 20. Jan 2008, 21:59

Hallo Zusammen,

meine Hütte, wo ich wohnen darf, ist ja gut 100 Jahre alt.
2 Seiten mit WDVS sind nun schon gemacht. Jetzt will ich mir die Kellerdecke
vornehmen.

Der Aufbau stellt sich für mich als Leien so dar: (von oben nach unten)
- Fliesen - Laminat
- ca. 70-110mm Anhydritestreich auf ca. 80m²
- 35mm Trittschalldämmung auf der die FBH-Rohre getackert wurden
- ca 180mm Beton der in doppel-T-Träger die Kellerdecke darstellt

Decke sieht von unten fast gerade aus, allerdings liegen die Träger tiefer als der
Beton. Es sind auch reichlich ausgebröckelte Kiesnester zu sehen die sich
sicherlich verspachteln lassen.
Gedämmt wird ja nun von der kalten Seite her also dürfte es den Trägern
weiterhin gut gehen - nicht das die mir unter der Dämmung wegrosten.

Aber mit was dämmen? Der eine empfiehlt so dick wie möglich Styrodur
(WLG 25 z.B.); Stehhöhe ist leider nur 1.85m.
Der nächste meint Alufolie reicht und dann kommt noch die Empfehlung
Styroportapete - Alubeschichtet wie sie in Heizkörpernischen angewendet
werden kann.

Im Moment tendiere ich zu der letzten Variante.
Günstig auf der Rolle zu haben und zu verarbeiten. Keine Probleme wegen
Strom- und anderen Versorgungsleitungen da sehr dünn.
Nur wie bekomme ich die mit der Aluseite an der grob strukturierten unebenen
Decke fest?

:?: Oder was meint Ihr :?:
Zuletzt geändert von Jenne am Mo 19. Mai 2008, 20:14, insgesamt 1-mal geändert.
... bis denne, Jenne ;-)
holzfaeller
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Beitrag von holzfaeller » Mo 21. Jan 2008, 07:13

moin Jenne,
der Tip mit Styrodur oder anderem gleichwertigem Dämmstoff mit der geringstmöglichen Wärmeleitfähigkeit ist schon grundsätzlich der Richtige, schon deshalb weil die Fußbodenheizung sonst einen guten Teil der Wärme direkt nach unten durchleiten kann.
Das mit der Styroportapete oder einer dünnen alukaschierten Matte kann man vergessen, Dämmung findet über die Stärke des Dämmaterials statt und die Alufolie gehört wenn überhaupt auf die warme Seite des Bauteils, zum Beispiel als oberste Schicht der Dämmung auf die die FB-Heizung getackert wird..... aber das ist ja so wie sich das liest alles schon eingebaut, ansonsten hätte man auch darüber nachdenken können, mehr Dämmung unter die FB-Heizung zu bekommen, ggf. kann man da nämlich mit einem Trockenbausystem arbeiten wo statt dickem Estrich nur 2 cm Trockenbauplatten auf die FB-Heizung kommen, also reichlich mehr Platz für Dämmstärke.
Noch eine andere Idee wäre, eine Hilfskonstruktion aus Latten o.ä. in angedachter Dämmstärke unter die Decke zu schrauben, eine untere diffusionsoffene Platte oder Pappe mit Sparschalung drunter und dann mit Cellulose im Einblasverfahren vollständig ausdämmen, was dann auch das lästige herumarbeiten um Leitungen und Kabel erspart :wink: . Statt Cellulose kann man auch andere einblastaugliche Dämmstoffe nehmen je nach Feuchtigkeitsbelastung im Keller ....
Die Alufolie oder Beschichtung unterseitig hätte noch den negativen Effekt, daß sie als Dampfsperre (auf der falschen/kalten Seite) wirkt und Feuchtigkeit nicht mehr aus der Decke herauskommt. Das täte den Trägern nicht wirklich gut :evil:
Gruß
Arno Kuschow
Steinzeit ist vorbei!
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Beitrag von Jenne » Mo 21. Jan 2008, 21:30

N´Abend Arno,

Danke schon mal.
Decke abhängen und Einblasdämmung wird zu aufwendig. Auch will ich von der
Höhe nicht all zuviel opfern. Meine Frau misst 1.83, meine Wenigkeit 1.86 und
durch die Gas-, Strom- und Wasserleitungen ist man eh immer gebückt unterwegs.
Wobei der Keller keine Stube ist - is mir auch klar :wink:

Vollends verwirrt hat mich dieser Thread aus dem HTD-Forum:
Zitat: "Freut mich, daß Du damit klargekommen bist. Ich bringe Dich nun gleich ins neue Schleudern: Eine Kellerdecke hat auf der Unterseite eine stabile Temperaturschichtung. Direkt an der Decke ist die Luft warm und nach unten hin wird sie kälter. Es findet also kaum Konvektion statt (im Gegensatz zur Oberseite, dem Fußboden).
Luft ist ein guter Isolator, wenn die Luft ruht. Dies ist an der Kellerdeckenunterseite der Fall.

Nun Dein Problem: Wenn Du die Kellerdecke einfach mit einer Alufolie tapezierst, gewinnst Du auch bereits sehr viel. Dann ist die Abstrahlung der Decke an den kalten Kellerboden und die Kellerwand stark reduziert.
Grob gerechnet summieren sich die konvektiven Wärmeübergänge und die Strahlung.

Die Strahlung beträgt etwa 5 W/Km² udn der konvektive Wärmeübergang etwa 1,3 W/m²K * dT^(1/4)

Normal, bei angenommenen 3 K Unterschied hast Du also mit einem gesamten Wärmeübergang von ca 5+1,71=6,71W/m²K zu rechnen und mit fast ohne Strahlung mit nur ca. 0.25+1,71= 2 W/m²K

Zum Vergleich auf der Oberseite: alpha = 1,76 * dT ^(1/4) und bei dT = 3 K + Strahlung = 2,31+5=7,31 W/m²K

Nun hast Du etwas zum Nachdenken :-)

U-Wert = 1/ (1/alpha1 + 1/alpha2 + dicke1/lambda1 + dicke2/lambda2 +...usw. )

mfg
Holzwurm"
kompletter Thread


Jeder Bau hat ja seine Eigenheiten. Auch im Forum bei bau.de habe ich keine
Vermerke zu Eisenträgern in der Kellerdecke und einem Risiko gefunden.
Von meinem Verständnis ausgehend war ich immer der Meinung das die
Dampfsperre auf die warme Seite muss.
Wenn jetzt die Alufolie eine Dampfsperre darstellt sollte es doch an der Stelle
kein Problem sein.

Ohh mir brummt der Kopf da mir das entsprechende Wissen fehlt :oops:
werde mich mal auf alle Fälle mit den u-Wert-Rechnern wie in dem Thread
verlinkt beschäftigen. (ob ich mit den Info´s so viel anfangen kann ...)
... bis denne, Jenne ;-)
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Beitrag von holzfaeller » Mo 21. Jan 2008, 22:41

moin Jenne,
das ist offenbar ein Auszug von einem Beitrag eines "Ziegelphysikers" .....die kriegen das immer durcheinander weil sonst ihr Weltbild zusammenbrechen würde :roll:
Also Strahlung gibt es von Hochtemperatur-Wärmequellen, dem Ofen, der Sonne, Strahlung führt dazu, daß die angestrahlte Fläche grundsätzlich die Temperatur der Wärmequelle annimmt (was'n Glück, daß die Sonne ein Stück weg ist und sich so der Effekt abmildert) ....gegen diese hochenergetische Strahlung hilft dann auch nicht Dämmung wirklich sondern nur Reflektion der Strahlung bzw. Pufferung in großen Massen (Thema sommerlicher Wärmeschutz) ......... aber bei der Kellerdecke haben wir ein paar Grad Temperaturunterschied, da kommt keine nennenswerte Strahlung auf, da ist Transmission das Thema....
und die Unterseite der Kellerdecke ist die kalte Seite, warm ist obendrüber der bewohnte Raum mit der FB-Heizung.
Aber klar, der Keller ist schon so eine Art Puffer, ist ja nicht so kalt wie das Erdreich und somit ist die Wärmedämmung nach unten immer weniger wirkungsvoll als Eine, die den beheizten Raum nach oben abschließt, kann man auch an den Berechnungsfaktoren sehen in der EnEV-Berechnung .......
hoffe ich hab jetzt nicht zu viel auf einmal erzählt und Chaos erzeugt :D
Gruß
Arno
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Beitrag von Jenne » Di 22. Jan 2008, 08:43

Guten Morgen Arno,

... never ending Story ... :wink:

Also, Wärme steigt nach oben - logisch; 20 cm MiWo in der Decke ist vorhanden.
MiWo und Regips trennt eine Folie.

Ein kleiner Teil wandert aber auch nach unten in die Kellerdecke. Also reicht eine dünne Dämmschicht :?:
Keller ist nicht beheizt.
Wenn ich die Dämmung lückenlos angebracht bekomme würde - was ich
auch anstreben werde - dann ist doch die Dämmschicht eine Feuchtesperre :?:
Also wäre es doch egal ob mit oder ohne Alufolie :roll:

Feuchte kann aus der Decke doch nicht das Problem sein. Bei mir ist unter der
Trittschalldämmung eine Folie flächig verklebt und an den Wänden hochgezogen worden.
Die Trittschalldämmumng hatte auch eine silbrige Oberfläche. HB meinte
damit die Klammern besser halten und Wärme reflecktiert wird.

Grübel, Grübel - lohnt sich denn da der Aufwand mit einer Dämmung :?:
... bis denne, Jenne ;-)
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Beitrag von holzfaeller » Di 22. Jan 2008, 09:00

.........nach unten reicht grundsätzlich eine relativ dünnere Dämmschicht, das ist richtig, der Keller soll ja bestimmt auch ein wenig temperiert werden.....
die meisten Dämmstoffe sind diffusionsoffen und nicht dampfsperrend, zum Beispiel Faserdämmstoffe oder auch klassisches Styropor.
Stark dampfbremsend ist Foamglas oder geschlossenzellige Schäume wie zum Beispiel die bekannten grünen oder blauen Dämmplatten...
Gruß
Arno
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Beitrag von Jenne » Di 22. Jan 2008, 09:49

.... und an diese Dämmplatten (Styrodur?) dachte ich. Ich habe ja nur 3-5 cm zur Verfügung und wollte was mit 025-030 an die Decke kleben.
Die Ränder ausgeschäumt damit es dicht ist.

:?: Bleibt eine Risiko für die Träger oder nicht :?:
... bis denne, Jenne ;-)
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Beitrag von holzfaeller » Di 22. Jan 2008, 10:00

das tatsächliche Risiko ist recht gering da durch die FB-Heizung ein relativ warmer Deckenkörper vorliegt. Die Taupunkttemperatur wird wohl nicht erreicht und "dicht" ist relativ, ist auf jeden Fall besser als eine Metallfolie.
Gruß
Arno
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Beitrag von Jenne » Di 22. Jan 2008, 21:18

Hallo Arno,

na dann werde ich mich mal nach Dämmplatten mit Nut-Feder WLG 025-030
umschauen die ich mit Ansetzbinder an die Decke klebe.

Danke für deine Hilfe. :)
... bis denne, Jenne ;-)
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Re: Kellerdecke dämmen

Beitrag von paulinchen » Di 22. Feb 2011, 12:50

lies dir mal folgenden chatverlauf durch. http://www.bauexpertenforum.de/showthread.php?t=9202
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Jaimo
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Re: Kellerdecke dämmen

Beitrag von Jaimo » Di 22. Feb 2011, 15:13

Hallo Paulinchen,

ich glaube, Jenne ist inzwischen endlich fertig mit seiner ollen Kellerdecke. :wink:
Inzwischen baut er sicher an einer neuen Kellerbar rum...

Stimmt doch, Jenne, oder? Bild

Gruß,

Jaimo
* Dumm dearf ma scho sei, bloß zhäifa muaß ma se wissn...*
Bild
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Re: Kellerdecke dämmen

Beitrag von Jenne » Di 22. Feb 2011, 20:26

N´ Abend,

hab noch gar nicht angefangen :oops:
Gab oder gibt etwas Widerstände bei den Mitbewohnern wegen der dann fehlenden Höhe. :roll:

@Paulinchen: Danke für den Link.
... bis denne, Jenne ;-)
ofus
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Re: Kellerdecke dämmen

Beitrag von ofus » Mi 23. Feb 2011, 07:59

Dann muß der Boden tiefer gelegt werden.

Alten Boden raus, neuen Beton mit Betonpumpe rein.

Schade eigentlich, hätte schon gern gewußt, wie die Dämmung letztlich gemacht wurde.
Holzfeuer? Immer doch! Und wohin mit gebrauchten CDs? DVD Ankauf...
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Re: Kellerdecke dämmen

Beitrag von Jenne » Mi 23. Feb 2011, 20:03

Hi,

die Endfassung sieht im Kopf so aus:
5cm Styrodurplatten (die blauen oder rosafarbenen mit Stufenfalz) mit Fliesenkleber
oder Kleber für WDVS an die Decke kleben. Ränder ausschäumen. Fertig.
Da von der kalten Seite gedämmt wird ist Tauwasser kein Thema und den Stahlträgern
sollte es in der Dämmung gut gehen.

In den nächsten 2 Jahren wird die Idee umgesetzt. Punkt. :mrgreen:
... bis denne, Jenne ;-)
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