Was spart und kostet eine Brennwerttherme

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Carsten65
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Was spart und kostet eine Brennwerttherme

Beitrag von Carsten65 »

Hallo
Ich betreibe seit 20 Jahren eine 18 kw Gastherme.
Jetzt stellen sich so langsam einige reperaturen ein und ich überlege ob ich diese reperaturen noch machen lasse oder umstelle auf eine Brennwerttherme.
Zwei Fragen hätte ich dazu.
1. Wieviel Prozent an Gas ca. spart man im gegensatz zu einer alten einfachen Therme. Momentan verbrauche ich ca. 1800 kubikmeter pro Jahr.
2. Mit welchen kosten für die Brennwerttherme muß ich ca. rechnen. Therme soll mit integrieten Durchlauferhitzer für warmes Wasser sein.
Es ist mir schon klar das man da nur ca. angaben machen kann. Das würde mir aber schon reichen um eine Vorstellung zu bekommen.
Danke Carsten
Sönke
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Re: Was spart und kostet eine Brennwerttherme

Beitrag von Sönke »

Moin
für die Therme zahlst Du so zwischen 2800 und 4000 Euro, je nach Hersteller. Plus Montage und Abgassystem.
Was Du sparst kann ich Dir nicht genau sagen, Du musst mal den Wirkungsgrad Deiner jetzigen Therme mit der
Brennwerttherme vergleichen. Liegt Deine jetzige bei z. B. 80% und die Neue bei 90% bei gleicher Leistung
holt die Neue 10% mehr aus dem eingesetzten Brennstoff raus, was eine Ersparnis von 10% bedeuten sollte.
Und Brennwert liegt bei über 90% Wirkungsgrad, eher bei einem rechnerischen von 104%.
Deine jetzige Therme schmeist den entstehenden Wasserdampf zum Schornstein raus, die Brennwerttherme
kondensiert den Wasserdampf und nutzt die im Wasserdampf enthaltenen Energie, daher kommt sie rechnerisch über die 100%.
Viele Grüße
Sönke
Carsten65
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Re: Was spart und kostet eine Brennwerttherme

Beitrag von Carsten65 »

Danke
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Jenne
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Re: Was spart und kostet eine Brennwerttherme

Beitrag von Jenne »

Hallo Zusammen,

hier mal was interessantes zum nachlesen: Klick mich und noch ein Link
... bis denne, Jenne ;-)
holzfaeller
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Re: Was spart und kostet eine Brennwerttherme

Beitrag von holzfaeller »

..........damit die Brennwerttherme aber wirklich einspart was sie verspricht, muß die benötigte Vorlauftemperatur aber entsprechend niedrig liegen, damit der Kondensationseffekt im Abgassystem überhaupt eintritt.
Genau diesen notwendigen Effekt prüft aber meist auch der Installateur gar nicht nach, sondern wirbt eher pauschal mit dem Vorteil Brennwert icon_motzschild.gif .
Brennwert mache ebenso wie Wärmepumpe nur mit einer Niedrigtemperaturwärmeverteilung wirklich Spaß!

Gruß
Arno Kuschow
Steinzeit ist vorbei!
Gruß aus der Passivhausecke
Arno Kuschow / www.eco-casa.de
Sönke
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Re: Was spart und kostet eine Brennwerttherme

Beitrag von Sönke »

Hallo Arno
das stimmt schon. Am besten Vorlauf auf 30° und über die Fussbodenheizung.
Aber wenn man jetzt eine Therme tauschen muss oder will würde ich immer eine
Brennwerttherme nehmen, selbst wenn ich nur 10% an Gas spare.
Ob man noch eine "Nochtbrennwerttherme" gekauft bekommt, bsw. diese bei Austausch noch
genehmigt bekommt frage ich mich auch. Und der Kostenvorteil der "Nichtbrennwerttherme"
wird auch schnell durch den zumindest teilweisen Brennwertbetrieb aufgebraucht sein.
So gemeint, wenn ich jetzt einen Trabbi fahre, das Ding geht kaputt, kaufe ich doch für wenig Geld mehr lieber einen
Golf als wieder einen Trabbi.
LG
Sönke
holzfaeller
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Re: Was spart und kostet eine Brennwerttherme

Beitrag von holzfaeller »

Sönke hat geschrieben:Hallo Arno
das stimmt schon. Am besten Vorlauf auf 30° und über die Fussbodenheizung.
Aber wenn man jetzt eine Therme tauschen muss oder will würde ich immer eine
Brennwerttherme nehmen, selbst wenn ich nur 10% an Gas spare.
Ob man noch eine "Nochtbrennwerttherme" gekauft bekommt, bsw. diese bei Austausch noch
genehmigt bekommt frage ich mich auch. Und der Kostenvorteil der "Nichtbrennwerttherme"
wird auch schnell durch den zumindest teilweisen Brennwertbetrieb aufgebraucht sein.
So gemeint, wenn ich jetzt einen Trabbi fahre, das Ding geht kaputt, kaufe ich doch für wenig Geld mehr lieber einen
Golf als wieder einen Trabbi.
LG
Sönke
....ja, kann Deine Argumentation schon nachvollziehen, wollte es ja auch nur relativieren, die Versprechungen sind immer zu dick aufgetragen und der Überblick über das Gesamtsystem Haus fehlt den meisten Installateuren!
Technisch sauber gerechnet ist eine Brennwerttherme mit 70 °C Vorlauf keine Brennwerttherme mehr, so weit zur Relevanz von Genehmigungen .... die 10 % sind dann eher der grundsätzlich besseren Qualität des neuen Gerätes geschuldet und nicht der Brennwerttechnik ......
Aber gut, in der Übergangszeit wird bei aussentemperaturgesteuerter Heizkurve schon ne Weile Brennwertbetrieb stattfinden.
Richtig wäre eine Gesamtaufnahme des Hauses und eine Planung für die energetische Optimierung. Wahrscheinlich ergibt sich dann, daß bei Fensteraustausch und nachträglicher Dämmung die Heizlast so weit zurückgeht, daß eine kleinere Therme ausreicht und die dann die alten Heizkörper mit geringerem brennwerttauglichem Vorlauf funktionieren würden. Der Austausch der Therme vor den sonstigen Maßnahmen am Haus wäre dann kontraproduktiv.
Gruß
Arno Kuschow
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Arno Kuschow / www.eco-casa.de
ofus
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Re: Was spart und kostet eine Brennwerttherme

Beitrag von ofus »

Ich habe eine Brennwerttherme und eine schlecht (bis gar nicht) isolierte Bude, dafür aber riesig große (lange) Heizkörper und dadurch(?) eine niedrige Vorlauftemperatur. So scheint es also auch zu gehen.

Irgendwo habe ich übrigens mal gelesen, daß es ein Zusammenspiel aus Vorlauf und Rücklauftemperatur ist, die die Brennwerttherme erst gut arbeiten läßt. Keine Ahnung aber, ob das stimmt oder ich was falsches im Kopf habe.

Im übrigen bin ich ja der Meinung, daß man eine (teure) nachträgliche Dämmung zu Lebzeiten im Grunde kaum mehr reinbekommt. Aber das ist nur mein persönliches Gefühl, das durch keine Fakten erhärtet ist.
Holzfeuer? Immer doch! Und wohin mit gebrauchten CDs? DVD Ankauf...
Sönke
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Re: Was spart und kostet eine Brennwerttherme

Beitrag von Sönke »

Moin
wenn Du große Heizkörper hast bekommst Du auch mit niedriger Vorlauftemperatur noch Wärme in den Raum,
es ist ja mehr Fläche da, die die Wärme abgeben kann.
Aber meistens werden ja aus Schönheit oder auch Platz- und Kostengründen die Heizkörper möglichst
klein gewählt. Die geben dann halt nur bei höherer Vorlauftemperatur genug Wärme in den Raum.
Eine Fußbodenheizung wird ja auch nur mit sehr geringer Vorlauftemperatur betrieben, hat halt eine große
Fläche die die Wärme abgibt. Und man würde sich bei höherer Temperatur die Füße verbrennen.

Man kann es ja einfach ausprobieren, einfach mal an der Therme die Vorlauftemperatur niedrig einstellen,
z.B. auf 45° und entsprechend die Heizkörperventile weiter aufdrehen. Dann testen ob es einem warm genug
wird. Wenn nicht, schrittweise die Vorlauftemperatur erhöhen, bis die gewünschte Wärme erreicht ist.
Die Therme hat es ja schnell hochgeheizt.
Oder einfach den Ofen anmachen.

Das mit der Isolierung sehe ich auch wie ofus, da würden meine Enkel erst von profitieren, und meine Tochter
ist 4. Und dann gibt es eh schon wieder was neues, die müssten wenn es nach den Verordnungen ginge
nochmal 30cm Wolle draufpacken. Also wieder Kosten, die nicth erspart werden könne zu Lebzeiten.
Viele Grüße
Sönke
schunubu
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Re: Was spart und kostet eine Brennwerttherme

Beitrag von schunubu »

das nenne ich mal einen informativen Beitrag.vielen Dank für die wertvollen Informationen
holzfaeller
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Re: Was spart und kostet eine Brennwerttherme

Beitrag von holzfaeller »

Sönke hat geschrieben:......lösch.......
Das mit der Isolierung sehe ich auch wie ofus, da würden meine Enkel erst von profitieren, und meine Tochter
ist 4. Und dann gibt es eh schon wieder was neues, die müssten wenn es nach den Verordnungen ginge
nochmal 30cm Wolle draufpacken. Also wieder Kosten, die nicth erspart werden könne zu Lebzeiten.
Viele Grüße
Sönke
....das ist etwas zu kurz gedacht!
Instandsetzung ist beim Haus immer wieder nötig und wenn die Fassade und die Fenster mal wieder dran sind, ist das erneuern ohne zusätzliche Wärmedämmung / bessere Fensterqualität nicht viel billiger als die Maßnahme auf dem Stand der Technik!
Dazu kommt das bessere Wohnklima in einem Haus, in dem man nicht mehr die Heizung hochdrehen muß, um die kalten Aussenwände zu kompensieren, ein Haus in dem man plötzlich die ganzen Räume nutzen kann, weil es halt keine kalten ungemütlichen Ecken mehr gibt !!!
Gruß
Arno Kuschow
Steinzeit ist vorbei!
Gruß aus der Passivhausecke
Arno Kuschow / www.eco-casa.de
Sönke
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Re: Was spart und kostet eine Brennwerttherme

Beitrag von Sönke »

Hallo Arno
ich drehe die Heizung nicht hoch und habe trotzdem kuschelige 23-24° im Wohnzimmer.
Ohne kalte Ecken.

Und meine Giebelseite (Endreihenhaus) hat ~75qm. Da kommen dann noch Vorder- und
Rückseite dazu. Bei angenommen 100€ pro qm für die Dämmung sind es 7500€.
Mit irgendeinem für mich hässlichen Putz obendrauf.
Wenn ich vernünftige Riemchen haben will kommen wahrscheinlich nochmal 60€ pro qm obendrauf.
Also 12000€. Nur mal die Giebelseite gerechnet.

Ich habe eine Gasrechnung von jetzt 50€ im Monat und einen Holzverbrauch von ~1 rm im Monat im Schnitt.
Im Sommer weniger, im Winter mehr. Macht ~ 90 € Heizkosten im Monat.
Was soll ich da durch die Dämmung sparen?
Bzw. wann hat sich der Invest der 12k € amortisiert?
Angenommen ich spare im Monat 20 Euro, dann sind das 12000/20=600 Monate, also 50 Jahre.
Ich bin jetzt 40, Dein Wort in Gottes Ohr, ich hoffe ich werde 100 Jahre, dann kann ich 10 Jahre
lang 20 Euro im Monat mehr ausgeben. Die Heizkostensteigerung außen vor, die wird die Ersparnis schon
vorher wieder aufgefressen haben.

Wenn ich mal nicht mehr bin soll meine Tochter entscheiden was sie mit der Immobilie macht.
Ob sie von meiner LV die Dämmung vornimmt, das Haus verscherbelt oder was auch immer.
Ich werde es, solange ich holzen kann, nicht dämmen. Vorher kaufe ich mir mein Holz fertig.
Aber das ist meine Einstellung zu diesem Thema, die will ich keinem aufdrängen.
Viele Grüße
Sönke
holzfaeller
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Re: Was spart und kostet eine Brennwerttherme

Beitrag von holzfaeller »

Sönke hat geschrieben:Hallo Arno
ich drehe die Heizung nicht hoch und habe trotzdem kuschelige 23-24° im Wohnzimmer.
Ohne kalte Ecken.

Und meine Giebelseite (Endreihenhaus) hat ~75qm. Da kommen dann noch Vorder- und
Rückseite dazu. Bei angenommen 100€ pro qm für die Dämmung sind es 7500€.
Mit irgendeinem für mich hässlichen Putz obendrauf.
Wenn ich vernünftige Riemchen haben will kommen wahrscheinlich nochmal 60€ pro qm obendrauf.
Also 12000€. Nur mal die Giebelseite gerechnet.

Ich habe eine Gasrechnung von jetzt 50€ im Monat und einen Holzverbrauch von ~1 rm im Monat im Schnitt.
Im Sommer weniger, im Winter mehr. Macht ~ 90 € Heizkosten im Monat.
Was soll ich da durch die Dämmung sparen?
Bzw. wann hat sich der Invest der 12k € amortisiert?
Angenommen ich spare im Monat 20 Euro, dann sind das 12000/20=600 Monate, also 50 Jahre.
Ich bin jetzt 40, Dein Wort in Gottes Ohr, ich hoffe ich werde 100 Jahre, dann kann ich 10 Jahre
lang 20 Euro im Monat mehr ausgeben. Die Heizkostensteigerung außen vor, die wird die Ersparnis schon
vorher wieder aufgefressen haben.

Wenn ich mal nicht mehr bin soll meine Tochter entscheiden was sie mit der Immobilie macht.
Ob sie von meiner LV die Dämmung vornimmt, das Haus verscherbelt oder was auch immer.
Ich werde es, solange ich holzen kann, nicht dämmen. Vorher kaufe ich mir mein Holz fertig.
Aber das ist meine Einstellung zu diesem Thema, die will ich keinem aufdrängen.
Viele Grüße
Sönke
moin Sönke,
klar, mit ordentlich Holz kann man die Kostenbilanz des Gases natürlich positiv beeinflussen :feuer2:
Und auch logisch, daß Du mit 24 °C per Ofen die kalten Wände "überlistest", in einem energetisch gut gebauten Haus fühlt man sich bei 21 °C tatsächlich noch wohler !
Die 100 € für die Thermofassade sind etwas dick aufgetragen, aber gut, die Rechnung und die allgemeine Instandhaltung muß jeder für sich ermitteln, Werterhaltung des Hauses ist auch ein Faktor.....
dann sind es noch viele weitere Faktoren, Entwicklung der Energiepreise zum Beispiel.....
auf jeden Fall keine einfache Aufgabe und es gibt natürlich nicht die eine richtige Antwort die immer passen würde!
Gruß
Arno Kuschow
Steinzeit ist vorbei!
Gruß aus der Passivhausecke
Arno Kuschow / www.eco-casa.de
ofus
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Re: Was spart und kostet eine Brennwerttherme

Beitrag von ofus »

Da der Thread ja wieder hochgekommen ist,

meine Bude ist, wie schon erwähnt wunderbar gedämmt, dreißig Zentimeter Mauerwerk, Putz drauf, ein sauberer Anstrich und das wars.

Ich habe durchweg 20 Grad in den Räumen (per Gas) und unterschiedlich per Holz, wies eben brennt, ungemütliche kalte Ecken gibt es keine, wohl aber einen Pullover, denn es ist Winter ;-)

"Dazu kommt das bessere Wohnklima in einem Haus, in dem man nicht mehr die Heizung hochdrehen muß, um die kalten Aussenwände zu kompensieren, ein Haus in dem man plötzlich die ganzen Räume nutzen kann, weil es halt keine kalten ungemütlichen Ecken mehr gibt !!!"

Und irgendwie nutze ich jeden Raum.

Aber es stimmt vermutlich, wenn man sowieso neu verputzen muß, dann kann man auch dämmen. Aber damit ist es ja nicht getan, es müssen ja auch die Fenster erneuert / aktualisiert werden. Denn ich habe natürlich auch noch Einfachverglasung teilweise. Womit wir wieder am Anfang wären.
Holzfeuer? Immer doch! Und wohin mit gebrauchten CDs? DVD Ankauf...
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